Meine Gesundheit ist wiederhergestellt: ich schlafe nachts ruhig und arbeite am Tage.

Der Zorn der Vorsehung scheint vertagt zu sein, und meine Versuche gelingen in allem. Wenn ich zufällig ein Buch aus der Bibliothek des Doktors hole, enthält es immer die gesuchte Erklärung. So finde ich in einer alten Chemie das Geheimnis meiner Art, Gold zu machen; nun kann ich durch die Metallurgie, mit Berechnungen und Analogien, beweisen, dass ich Gold gemacht habe, und das man immer Gold gemacht hat, wenn man es aus Erzen zu gewinnen geglaubt hat. man es aus Erzen zu gewinnen geglaubt hat.

Ein Aufsatz, den ich über das Thema ausgearbeitet habe, wird an eine französische Zeitschrift gesandt, die ihn sofort druckt. Ich beeile mich, den Artikel dem Doktor zu zeigen; er kann die Tatsache nicht leugnen, ist aber gegen mich eingenommen.

Da muss ich mir sagen, dass er nicht mehr mein Freund ist, da meine Erfolge ihm unangenehm sind.

12. August.—Ich kaufe beim Buchhändler ein Album. Es ist eine Art Notizbuch, in bearbeitetes und vergoldetes Leder prächtig gebunden. Die Zeichnung erregt meine Aufmerksamkeit und—seltsam!—bildet ein Vorzeichen, dessen Deutung in der Folge gegeben werden wird. Die künstlerisch ausgeführte Komposition stellt dar: links den zunehmenden Mond im ersten Viertel, von einem blühenden Zweig umgeben; drei Pferdeköpfe (trijugum) gehen vom Monde aus; darüber ein Lorbeerzweig; unten drei Streifen (drei mal drei); rechts eine Glocke, aus der Blumen hervorquellen, ein Rad in der Form einer Sonne usw....

13. August.—Der Tag, den die Uhr auf dem Boulevard Saint-Michel angekündigt hat, ist da. Ich erwarte irgendein Ergebnis, aber vergebens. Doch bin ich sicher, dass irgendwo etwas geschehen ist, dessen Ergebnisse mir binnen kurzem mitgeteilt werden.

14. August.—Auf der Strasse finde ich ein Blatt, das aus einem alten Kontorkalender gerissen ist; es trägt in grossen Buchstaben: 13. August. (Das Datum der Uhr.) Darunter in kleinen Buchstaben: "Tue niemals heimlich, was du nicht öffentlich tun würdest." (Die schwarze Magie!)

15. August.—Ein Brief von meiner Frau. Sie beweint mein Schicksal; sie liebt mich noch immer und sie hofft unseres Kindes wegen, dass sich die Verhältnisse bessern werden. Ihre Eltern, die mich früher gehasst haben, sind nicht gefühllos gegen meine Leiden: ich bin eingeladen, mein Töchterchen, diesen Engel, der auf dem Lande bei den Grosseltern wohnt, zu sehen.

Das ruft mich ins Leben zurück! Mein Kind, meine Tochter nimmt für mich die erste Stelle ein, selbst vor der Gattin. Das arme unschuldige Kind, dem ich Böses habe tun wollen, umarmen, es um Verzeihung bitten, ihm das Dasein durch die kleinen Aufmerksamkeiten des Vaters erheitern, der seine seit Jahren aufgesparte Zärtlichkeit verschwenden möchte! Ich fange wieder an zu leben, ich erwache endlich aus einem bösen Traum, und ich begreife den wohlwollenden Willen des gestrengen Herrn, der mich mit harter und weiser Hand bestraft hat. Jetzt begreife ich die dunkeln und erhabenen Worte Hiobs: "Glücklich der Mann, den Gott züchtigt!"

Glücklich; denn um die "andern" kümmert er sich nicht.