Da macht sich eine Anschwellung der Armadern bemerkbar, das ist das Zeichen für eine Blutvergiftung. Das ist der Gnadenstoss.

Die Neuigkeit verbreitet sich unter meinen Landsleuten und eines Abends kommt die barmherzige Frau, von deren Weihnachtsessen ich so brüsk aufgebrochen, die mir antipathisch war, die ich beinahe verachtete, sucht mich auf, erkundigt sich nach meinem Befinden, erfährt mein Elend und bezeichnet mir unter Tränen das Krankenhaus als einzige Rettung.

Man wird begreifen, wie hilflos und zerknirscht ich dastehe, als mein beredtes Schweigen ihr klar macht, dass ich ohne Mittel bin. Als sie mich so gefallen sieht, wird sie von Mitleid erfasst. Selber arm und von der Sorge ums tägliche Leben bedrückt, will sie in der skandinavischen Kolonie Almosen sammeln und zum Geistlichen der Gemeinde gehen.

Die sündige Frau hat Erbarmen mit dem Mann, der eben sein rechtmässiges Weib verlassen hat.

Noch einmal Bettler, durch die Vermittlung einer Frau um Barmherzigkeit bittend, beginne ich zu ahnen, dass es eine unsichtbare Hand gibt, welche die unwiderstehliche Logik der Ereignisse lenkt. Ich beuge mich unter dem Sturm, entschlossen, mich bei der ersten Gelegenheit wieder zu erheben.

Der Wagen bringt mich nach dem Krankenhaus des heiligen Ludwig. Unterwegs, in der Rue de Rennes, steige ich aus, um zwei weisse Hemden zu kaufen.

—Das Totenhemd für die letzte Stunde.

Ich denke wirklich an den nahen Tod, ohne dass ich sagen kann, warum.

Im Krankenhaus wird mir verboten, ohne Erlaubnis auszugehen; dazu sind meine Hände so umwickelt, dass mir jede Beschäftigung unmöglich wird; ich fühle mich daher als Gefangener.

Mein Zimmer ist abstrakt, nackt, enthält nur das Nötigste, zeigt keine Spur von Schönheit; es liegt neben dem Gesellschaftssaal, wo man vom Morgen bis zum Abend raucht und Karten spielt.