Die Situation ist gespannt, und meine alten Freundinnen erschöpfen sich in endlosen Erörterungen über meine Person, meinen Charakter, meine Gefühle, darüber, ob meine Liebe zu meinem Kind aufrichtig ist.
An einem Tage hält man mich für einen Heiligen, und die Narben in meinen Händen sind Wundmale. Tatsächlich gleichen die Zeichen in der Handfläche Löchern grober Nägel. Um aber jeden Anspruch auf Heiligkeit zurückzuweisen, sage ich, ich sei der gute Schächer, der vom Kreuz gestiegen sei und sich auf der Wallfahrt befinde, um das Paradies zu erringen.
An einem anderen Tage hat man über das Rätsel, das ich bin, gegrübelt und hält mich für Robert den Teufel. Ein Vorfall flösst mir die Furcht ein, die Bevölkerung werde mich steinigen. Hier der einfache Sachverhalt:
Meine kleine Christine hat eine übertriebene Furcht vor dem Schornsteinfeger. Eines Abends beginnt sie beim Essen plötzlich zu weinen, zeigt mit dem Finger auf einen Unsichtbaren hinter meinem Stuhl und schreit:
—Der Schornsteinfeger!
Meine Mutter, die an das Hellsehen von Kindern und Tieren glaubt, wird bleich; und ich, ich habe Furcht, besonders da ich bemerke, dass meine Mutter das Zeichen des Kreuzes über dem Haupt des Kindes macht.
Ein Todesschweigen folgt auf diesen Vorfall, der mir das Herz bedrückt.
Der Herbst mit seinem Sturm, Regen und Dunkel ist gekommen. Im Dorf und im Armenhaus verdoppeln sich die Kranken, die Sterbenden und die Toten. In der Nacht hört man das Glöckchen des Chorknaben, welcher der Hostie vorangeht. Am Tage läuten die Glocken der Kirche die Toten ein, und die Leichenzüge folgen dicht aufeinander. Zum Sterben traurig und düster ist das Leben. Und meine nächtlichen Anfälle beginnen wieder.
Man spricht Gebete für mich, man betet den Rosenkranz, und in meinem Schlafzimmer ist der Weihkessel mit Weihwasser gefüllt, das der Pfarrer gesegnet hat.
—Die Hand des Herrn ruht schwer auf dir!