Lobositz liegt an der Mündung des Modelbaches in die Elbe, Stadt mit etwa 4000 Einwohnern.

Gasthäuser: »Hôtel Post« am Bahnhof, »schwarzes Ross«, »goldener Löwe«; »Dampfschiffrestauration an der Elbe« mit prächtiger Aussicht, schöner Garten. – »Hôtel zur Eisenbahn«.

Post- und Telegrafenamt.Eisenbahn- und Dampfschifffahrts-Station.

Fahrgelegenheiten.Schwimmanstalt.

Bei Lobositz verlässt die Elbe die westliche Richtung, schlägt die nördliche ein und strömt mit derselben mit einigen kleinen Abweichungen bis Zirkwitz. Die mit zahlreichen Ortschaften, Wein- und Obstgärten bedeckten Ufer- und Bergabhänge zu beiden Seiten des Stromes gehören unter die reizendsten Gegenden nicht bloss von Böhmen, sondern von ganz Oesterreich-Ungarn.

In Lobositz sind viele Fabriken und Industriewerke im Betrieb, darunter bedeutende Zuckerfabriken, eine Dampfmühle, und die grossartige Cichorienfabrik von Tschinkel. Die Pfarrkirche ist ein in den Jahren 1733 bis 1743 von Grund aus neu errichtetes schönes Gebäude, welches im Presbyterium den aus der vorigen alten Kirche aufbewahrten Marmorgrabstein der am 7. März 1702 verstorbenen Markgräfin Maria Franziska von Baden und Hochberg, geb. Landgräfin von Fürstenberg, enthält. Von den Glocken trägt eine die Jahreszahl 1532, die andere 1691.

In dem herrschaftlichen Schlosse befinden sich die fürstlich Schwarzenberg'schen Wirthschaftsämter und ein Saal für chemische Untersuchungen. Bei der Erhebung des Ortes Lobositz zum Range einer Stadt unter Kaiser Rudolf II. im J. 1600 (zu deren Erinnerung im J. 1776 auf Kosten des damaligen Primators Johann Georg Tscherney die St. Procopius-Säule auf dem Marktplatze errichtet wurde) erhielt Lobositz das Recht, ein eigenes Wappen zu führen und an jedem Freitage einen Wochenmarkt zu halten. Das Wappen enthält zwei Thürme im blauen Feld und ein offenes Thor mit einem Schutzgitter und einem Löwen darunter. Die Stadt ist reich an geschichtlichen Momenten. In den Jahren 1315, 1648, 1680 und 1742 richteten die Pest und andere Seuchen in der Stadt und Umgebung grosse Verheerungen an, woran noch die Namen der »Pestkirchhöfe« und einige Merkzeichen in der Gegend erinnern. Während der Husitenkriege wurde Lobositz besonders in den J. 1420 und 1426 sehr hart mitgenommen. Im 30jährigen Kriege hatte es in den J. 1634, 1635 und 1639 von den Schweden grosse Drangsale zu erdulden. Am 1. October 1756 fand hier am Fusse des Lobosch-Berges die erste Schlacht im 7jährigen Kriege statt. Nach der Schlacht bei Kolin, dann in den J. 1759 und 1773 hatte es abermals viel zu leiden. Wiederholte Feuersbrünste verursachten auch vielfachen Schaden. Am 13. Februar 1809 wurde die Stadt sammt dem Schlosse ganz eingeäschert. Kaum hatte sie sich von diesem Unglücke erholt, als 1813 der verhängnissvolle Krieg zwischen Frankreich und den verbündeten Mächten ausbrach und die Stadt die Nähe des Kriegsschauplatzes mehrere Monate hindurch schmerzlich empfinden liess.

Von Lobositz gehen wir auf der Strasse in nordwestlicher Richtung nach Billinka (¾ St.) auf einer sanften Anhöhe. Bevor wir die Tour auf den Milleschauer fortsetzen, statten wir von hier aus dem rechts (östlich) von der Strasse gelegenen *Lobosch 568m einen Besuch ab. Derselbe ist nach Süden und Osten durch keine Vorberge gedeckt und gestattet deshalb eine herrliche Uebersicht von einem grossen Theile des ehemaligen Leitmeritzer und Rakonitzer Kreises. (Der Besuch dieses Berges empfiehlt sich mehr von Lobositz über Welhota.) Von Billinka wandern wir auf der Strasse über Wellemin nach Milleschau, einem Dorfe am südöstlichen Abhange des »Milleschauer«. Hier befindet sich ein grosses und sehr schönes von Kaspar Zdenko von Kapliř im J. 1682 auf einem hohen Felsen erbautes Schloss und ein grosser Obst-, Gemüse- und Ziergarten. Von Milleschau aus erreichen wir auf einem guten, stellenweise sehr steilen Wege die Spitze des Berges.

Bilin-Kostenblatt-Tschentschitz-Milleschauer. Von Bilin nach Kostenblatt 1 Meile, und von da, am besten mit Führer, in östlicher Richtung meist durch Wald nach Tschentschitz (¾ St.), hoch im Gebirge, am Abhange des »Milleschauer«. Hier kann der Führer entlassen werden.