Südöstlich von Skalken (etwa ¾ St.) liegt der *Kostial, ein schön geformter Basaltfels, der auf seinem Scheitel die malerischen Trümmer einer Burg trägt. Dieser Punkt, sowie die Hasenburg sind von Lobositz besser und angenehmer zu erreichen, und es empfiehlt sich die Theilung der Tour von Bilin nach Lobositz in die Touren: Bilin-Radelstein und Lobositz-Hasenburg-Kostial bis einschliesslich Suttomer Berg. Auf den Kostial gehen wir von Lobositz südwestlich auf der Strasse über Sullowitz (½ St.), Jentschitz (¾ St.) und wenden uns hier rechts nach dem ¾ St. südöstlich von Skalken gelegenen Dorfe Kostial, am östlichen Abhange des Kostialer Berges. Von da gehen wir in westlicher Richtung auf den Berg und erreichen ihn in einer halben Stunde (für den ganzen Weg von Lobositz 2 St.) Die Aussicht ist sehr lohnend. Südlich begegnen unsere Blicke der herrlichen Hasenburg, im Hintergrunde der Stadt Budin, südwestlich und westlich in der Ferne dem Hoblik und Millayer Berge und in der Nähe dem Werschetiner Berge, dem Radek, weiter nach Nordwesten dem Radelstein, den Klotzbergen und im Norden dem Milleschauer, im Hintergrunde dem Erzgebirge mit dem Schneeberg, rechts vom Milleschauer dem Kletschen, östlich der Elbe mit den Städten Lobositz und Leitmeritz, dem Radobyl und dem hohen Geltsch und südöstlich dem Georgsberg mit der Stadt Raudnitz am Fusse desselben und weit im Hintergrunde der Stadt Melnik.
Der Abstieg erfolgt nach der Stadt Trebnitz, südlich am Fusse des Kostialer Berges und am Modelbache, sowie an der Lobositzer Strasse gelegen. In der Pfarrkirche, welche schon seit dem J. 1384 besteht, sind 2 kunstreiche Alabasterbilder. Auch befindet sich hier ein in den Jahren 1573 bis 1575 geschriebenes Cancionale in böhmischer Sprache aus 470 kalbledernen Blättern bestehend und nach damaliger Weise mit schönen Malereien, Goldbuchstaben, Initialen u. s. w. verziert. Von da gehen wir auf der Strasse südlich nach Chodolitz und biegen vor dem Orte Klapay links auf die *Hasenburg ab (2¼ St.). Das ist ein steiler, 413m hoher und aus Basalt bestehender Berg, welcher durch seine schönen, zu Tage entblössten Säulengruppirungen dem wissenschaftlichen Forscher sowohl als dem Naturfreunde überhaupt ein hohes Interesse bietet. Auf der Hasenburg liegen die Ruinen der alten Burg Klapay, welche aus zwei hohen, weit in die Ebene sichtbaren Thürmen besteht. Der eine dieser Thürme ist viereckig und wird gewöhnlich der weisse, der andere runde aber der schwarze Thurm genannt. Diese Burg soll schon im J. 874 erbaut worden sein; im J. 1336 ist sie an die Familie der Hasenburge gekommen und wird auch seit dieser Zeit Hasenburg genannt. Im J. 1431 wurde sie von den Taboriten erobert und von ihnen gänzlich zerstört; seitdem ist sie nicht mehr bewohnt worden.
Die Aussicht ist prachtvoll. Im Norden das Erzgebirge, in derselben Richtung, sowie im Nord-Westen, Westen die wiederholt oben (siehe Kostial) angegebenen herrlichen Punkte unseres höchstinteressanten Mittelgebirges, im Osten der Georgsberg, südöstlich die Stadt Libochowitz mit Schloss und Kirche und nach diesen beiden Richtungen hin, die herrlichen, fruchtbaren Thäler der Eger und Elbe mit zahlreichen Städten, Dörfern und Weilern.
*Der Milleschauer. Derselbe ist 834m hoch und besteht aus Klingstein. Unter den einzelnen Bergen des Mittelgebirges nimmt er den ersten Platz ein. Die weite und reizende Aussicht, welche man von hier über einen sehr beträchtlichen Theil unseres schönen Heimatslandes, namentlich auf das Erzgebirge, das Teplitzer- und Bielathal, weit über das rechte Elbufer, wo das Iser- und Riesengebirge den Horizont begrenzen, ferner nach Südosten und Süden über Rakonitz bis in die Umgebungen Prags und selbst noch jenseits der Hauptstadt über das rechte Moldauufer hinaus geniesst, machen diesen Berg zu einem der herrlichsten Standpunkte für den Bewunderer mannigfaltiger Naturschönheiten und eines mit den Gaben der Ceres überschütteten, durch Gewerbefleiss blühenden, nach allen Richtungen hin mit Städten, Flecken und Dörfern bedeckten Landes. Die Zahl der Besucher dieses herrlichen, bis zur Spitze reich bewaldeten und höchst interessanten Berges ist sehr gross und steigert sich von Jahr zu Jahr. Die oben befindliche Restauration entspricht in Bezug auf Qualität der Speisen und Getränke und Unterbringung der Gäste in den geräumigen, mit allem Comfort ausgestatteten Mooshütten allen Anforderungen. Die Wege nach dem Milleschauer sind recht bequem.
Touren nach dem Milleschauer:
Teplitz-Borislau-Pilkau (4 St. zu Fuss – bis Pilkau ein guter Fahrweg – in Pilkau gibt es Esel und Tragsessel für diejenigen, welche nicht steigen können oder wollen). Wir gehen auf der Strasse nach Lobositz in südöstlicher Richtung nach Auperschin (1 St.), Schallan (¾ St.), am Abhange des Mittelgebirges endlich nach Borislau (½ St.), bereits hoch im Mittelgebirge; dieses Dorf hat eine im J. 1717 neuerbaute und 1820 auf Kosten des Fürsten Johann von Clary restaurirte Kirche mit einem Gemälde von einem unbekannten Meister, den Märtyrertod der hl. Katharina darstellend; dasselbe wird von Kennern sehr gelobt. Nach einer halben Stunde erreichen wir, rechts von der Strasse abbiegend, das am Fusse des Milleschauer liegende Dorf Pilkau, von wo aus wir die Spitze des Berges in einer Stunde auf einem gut erhaltenen, steilen Wege erreichen.
Aussig-Türmitz-Kosten-Staditz-Tschochau-Borislau-Pilkau (5 St.). In einer halben Stunde erreichen wir von unserem Standquartiere Aussig den Ort Türmitz, an beiden Ufern der Biela gelegen, setzen unseren Weg im Bielathal fort und kommen nach Kosten und Staditz; in letztem Orte, dem Geburtsorte Přemysl's, dem Gemahl Libuša's, verweilen wir einige Zeit, lassen uns die Haselstaude, in welche sich die von Přemysl in die Erde gesteckte Ruthe verwandelt haben soll, zeigen und besichtigen noch das sogenannte Königsfeld, d. i. das Feld, wo Přemysl pflügte, als ihn die Gesandten der Libuša fanden. Nach Passirung der Orte Tschochau und Borislau erreichen wir auf der schon berührten Tour über Pilkau unser Ziel. (Für diese Tour können wir auch die Bielathalbahn bis zur Station Tschochau-Hlinai benützen; siehe überdies Bereisung von Teplitz über Tschochau.)
Lobositz-Billinka-Wellemin-Milleschau-Milleschauer.