Schönau. Militärkapelle jeden Mittwoch und Samstag Nachm. 5–7 Uhr; Donnerstag u. Sonntag Vorm. 9–10½ Uhr im Schönauer Musikpavillon.

Zeitungsagentur: Erwähnenswerth ist die Zeitungsagentur (Königsstrasse), welche alle Zeitschriften zu Originalpreisen anbietet.

Die Kurtaxe zahlt jeder Fremde, der sich länger als 8 Tage aufhält, nach vier Ständeklassen. Gewisse Stände sind davon befreit, doch zahlen sie wie alle Fremden, die sich länger als drei, aber weniger als 8 Tage aufhalten, die Musiktaxe (50 kr.).

Kuranstalten: Bäder sind in Teplitz: das Stadt-, Kaiser-, Stein- und Stefansbad (Eigenthum der Stadt Teplitz), Fürsten- und Herrenhausbad (Eigenthum des Fürsten Clary), Sophienbad, (Eigenthum der israel. Kultusgemeinde).

In Schönau: Das Schlangenbad (dem Kurort Schönau gehörig), das Neubad (fürstlich).

Alle in- und ausländischen Mineralwässer sind in der städt. Mineralwasserniederlage (Badeplatz) und im Schlangenbad (Schönau) zu haben. Das Wasser der Stadtbadquelle, welches bei gewissen Krankheiten ärztlich verwendet wird, ist im Kurgarten und im Stadtbad unentgeltlich zu haben. Hier sei auch das 54m lange und 15m breite Schwimmbassin, mit klarem Gebirgswasser gefüllt, erwähnt. Dasselbe befindet sich im westlichen Theile des Turnerparkes, etwa 15–20 Min. vom Centrum der Stadt entfernt. Der Bau ist in mancher Beziehung sehenswerth.

Die Balneologen rechnen die Teplitzer Thermen zu den chemisch indifferenten, d. h. solchen, die wenig fixe oder gasförmige Bestandtheile enthalten. Indessen ist das Teplitzer Thermalwasser reicher an fixen Bestandtheilen, als andere indifferente Thermen und unterscheidet sich besonders dadurch, dass das kohlensaure Natron prävalirt. Ueber ihre oft wunderbare heilende Wirkung zu sprechen, dürfte nicht hier der Platz sein. Auch ist sie weithin bekannt. Die ebenfalls bekannte Katastrophe, die die Urquelle am 13. Feber 1879 traf, kann, ihr eigentlicher Abschluss mag sein, wie er will, nur die Folge haben, dass das Wasser, welches früher selbst herausfloss, jetzt aus der Tiefe künstlich hervorgeholt wird.

Diese Hauptquelle speist das Stadt-, Sophien-, Fürsten-, Herrenhaus- und Kaiserbad. Ueberhaupt haben alle Quellen in Bezug auf ihren stofflichen Gehalt nur wenig Differenzen; sie unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre Temperatur; so hat die Neubadquelle und die Hauptquelle 35° R., die Schlangenbadquelle 31° R., die Stein- und die Stefansbadquelle etwa 30° R., die Wiesenquelle (im Stefansbad) und die Sandbadquelle (im Steinbad) haben 26° R.

In einigen Bädern wird eine hinreichende Menge gereinigten Moores mit Thermalwasser zu einem mehr oder minder konsistenten Brei gekocht, und es werden diese Moorbäder auf verschiedene Weise verwendet. Der Moor, welcher in der Umgebung von Teplitz (Dreihunken und im Seegrund) gestochen wird, besteht aus einem Gemenge einer eigenthümlichen humusartigen Säure und in Zersetzung begriffener Pflanzenreste.