Wer Zeit hat, kann den sehr empfehlenswerthen Abstecher nach Eiland machen, dieses Dörfchen liegt in einem Kessel, der rings um – nur nach Norden offen – von steilen Sandsteinwänden umgeben ist. Man geht dort, wo nach Passirung der Tyssaer Wände der Weg in die Strasse einmündet, links ab und gelangt in ¾ St. in dieses interessant gelegene Dörfchen. Es befindet sich am nordwestlichen Abhange des Schneeberges an der sächsischen Grenze.


Bodenbach.

Bodenbach. Von Teplitz auf der Dux-Bodenbacher Bahn in nicht ganz 2 Stunden zu erreichen. Die ganze Fahrt ist landschaftlich sehr interessant. Der Bahnhof 20 Min. ausser der Stadt. Die Stationen sind schon fast alle als Ausgangspunkte interessanter Partien genannt worden. Man setze sich womöglich rechts. Zwischen Kulm und Tellnitz sieht man das österr. und preussische Monument, früher schon hinter Hohenstein das russische. Von Kleinkahn suche man die rechte Seite zu gewinnen. Hier ein Ausblick auf Nollendorf. Hier hört die Steigung der Bahn auf, und es geht abwärts, so dass man keinen Dampf mehr nöthig hat, denn die Seehöhe von Kleinkahn beträgt 431m, die im Bodenbacher Bahnhofe 132m.

In Königswald, sowie in Eulau viel Industrie, im letzteren eine Spinnfabrik und Verfertigung von Mühlsteinen. Die letzte Station ist Bünaburg (früher nach einem alten Adelsgeschlechte Bünauburg), ebenfalls reich an verschiedenen Industrien. Der hohe Berg rechts ist der Hutberg, und der letzte rechts, schon gegen das Elbthal abfallend, ist der Pfaffenberg. Beide bestehen wesentlich aus Basalt. Hinter ihnen ist gegen Süden der Koppenberg (auch Hopfenberg) genannt. In geologischer Beziehung ist interessant, dass über dem Alluvium des Elbethales sich eine Strecke Braunkohlenformation befindet, über dieser ist ein Gürtel Kreide und die Kuppe (des Pfaffenberges) ist Basalt. Also vier verschiedene Gebiete auf einer Strecke von wenig mehr als ¼ St. Länge.

Die Fahrt von Eulau bis Bodenbach ist durch den Blick auf das schöne, grüne, steil umrahmte Eulauthal besonders angenehm.

In Bodenbach achte man darauf, nicht auf dem Dux-Bodenbacher Bahnhof auszusteigen. Der Zug fährt eben in den Staatsbahnhof, man ist dann gleich mitten in dem Industrieorte. Ebenso beim Einsteigen. Man bekommt die Karte am südlichen Ende des Staatsbahnhofes, der Zug steht auf dem letzten Schienenstrange gegen die an die Häuser von Bodenbach angrenzende Mauer. Ausserdem ist Bodenbach von Teplitz zu erreichen auf der Aussig-Teplitzer Bahn. Zu achten, dass man in Aussig-Neustadt bei der chemischen Fabrik nicht aussteigt, denn von hier fährt über die Brücke der Omnibuszug zum Bahnhof der Nordwestbahn nach Schreckenstein (früher Aussig – rechtes Ufer).

Diese Bahn fährt durch das Braunkohlengebiet, daher viele Schächte und Fabriken – bei Mariaschein eine grosse Cementfabrik. Von Mariaschein bis Karbitz nördlich das Kulmer Schlachtfeld, von hier bis Schönfeld die Bihana, das Locale der Husitenschlacht (16. Juni 1426). Die alterthümliche Laurentiuskapelle nördlich von Nerbitz soll eine Erinnerung an die Schlacht sein. Von hier bis Aussig im Norden der Střisowitzer Berg (340m hoch). In Türmitz Obstbau, grosse Zuckerfabrik, Schloss des Grafen Nostitz mit einem Park. Die Bielathalbahn – derselben Actiengesellschaft wie die Aussig-Teplitzer gehörig, zumeist Kohlenverkehr – zweigt sich hier ab. Hübscher Ausblick in das Bielathal.

Von Aussig empfiehlt es sich, das Dampfschiff zu benützen. (Die Karten sind in Teplitz, Bahnhof, Tabak-Trafik zu bekommen.) Die Fahrt ist eine der schönsten, die überhaupt die Flüsse Europas aufweisen können. Die Fahrt von Leitmeritz über Aussig, Tetschen, Herrenskretschen bis über Pirna zu bis Dresden ist so reich an landschaftlicher Schönheit, dass sie mit den schönsten Rheinpartien verglichen, ja selbst von Kennern ihnen vorgezogen wird. (Siehe Tetschen!)