Der innere Weg zeigt die mannigfaltigen, oft untereinander verbundenen Höhlungen und Grotten, wie das Schneiderloch, die Raschhöhle u. s. w. Auch der malerische Hintergrund, wo ein ganzes Feld kleinerer und grösserer Steinmassen sich befindet, wird den Blick des Beschauers fesseln.
Jeder Besucher wird sich durch diese hoch interessanten Felsenformationen befriedigt fühlen, und es ist wohl nicht Recht, dass sich die Touristenliteratur mit ihnen nur wenig beschäftigt oder sie gar nicht erwähnt.
Der Schneeberg (auch hoher Schneeberg genannt) ist die höchste Erhebung des Elbesandsteingebirges, 725m, er überragt alle Höhen der sogenannten sächsischen Schweiz. Es ist das ein etwa 1 Stunde langer und ¼ breiter Bergrücken, der steil nach Süden abfällt. Es dehnen sich die Wälder hier nach Norden und Westen viele Stunden weit aus. Unweit der guten Restauration hat der Tetschner Graf Thun 1864 einen 104 Fuss hohen festen Aussichtsthurm erbauen lassen, der sich bequem ersteigen lässt. Die Aussicht von hier ist eine solche, dass sie sich den grossartigsten an die Seite stellen kann. Man übersieht im Süden und theilweise im Osten die bedeutendsten Höhen des ganzen Mittelgebirges – die Hasenburg, den zweispitzigen Lobosch, den Milleschauer, den Kletschen (kleinen Milleschauer), den Biliner Stein, den kleinsten unter dieser Gesellschaft – Schlossberg, dann näher die Berge jenseits des Eulauthales, den Hut-, Hopfen- (auch Koppen-) und Pfaffenberg. Gegen Nordost tritt scharf hervor der Rosenberg, ferner überblickt man die Berge bei Kamnitz – den Tannen- und Kaltenberg, dahinter die Tafelfichte bei Friedland. Bei klarer Aussicht in grauer Ferne den Jeschken und die Schneekoppe. Gegen Norden alle Höhen der sächsischen Schweiz und zwar rechts vom Königstein in folgender Ordnung: den Pfaffenstein, den Lilienstein, Gorisch, Papststein, die Kuppelberge und endlich den grossen und kleinen Winterberg. Ausserdem die Nollendorfer Höhe, den Sattel- oder Spitzberg und den Geisinger Berg. Nicht zu vergessen sind die Thürme von Dresden, die sich deutlich erkennen lassen. Man übersieht hier ein an sich schon bunt und wundersam gestaltetes Stück Erde, wie es sich in diesem weiten Umfange nur selten dem Beschauer darbietet. Die Ersteigung ist viel leichter, als man erwarten sollte. Man kann ihn von Tyssa (Ort) in 2½ St. auf der Strasse über den Ort Schneeberg am besten beim Wirthshause zur Vintzin (Bänke vor dem Hause), den man in nordöstlicher Richtung, in den Wald hinein, quer passirt – der eigentliche Ort liegt südlicher – dann auf dem mit Ruhe- und Aussichtsbänken versehenen Promenadenwege erreichen.
Von Bodenbach aus geht man entweder über Peiperz (nördlich von der Tetschner Brücke einige Schritte, dann über die Bahn bei dem Badehôtel hinauf) und Kalmswiese (eine Wirthschaft an der Strasse), dann geradeaus fort, dann bei der Wegtheilung im Walde links ab gegen Alt-Biela, aber vor dem Friedhofe wieder links ab, so dass das Dorf rechts bleibt, dann passirt man das Dörfchen Tscheche, auf einer steilen Berghöhe, links unten sieht man Neudorf und die Dux-Bodenbacher Bahnlinien. Nach einigen Minuten betritt man den Hochwald und nun heisst es auf die Kalkstriche achten, die an Bäumen und Steinen zahlreich angebracht sind und bis hinauf führen.
Ein zweiter Weg führt von Bodenbach aus auf der Teplitzer Strasse, rechts geht dann eine Strasse ab vor den ersten Häusern von Niederulgersdorf nach Biela (gegenüber einem Speicher), aber er wendet sich schon bei den letzten Häusern hier links ab und geht bergauf, um durch Tscheche wieder zu den Kalkstrichen in den Wald zu kommen.
Beide Wege führen in 2½ St. hinauf.
Von Eulau (Station der Dux-Bodenbacher B.) führt ebenfalls ein Weg hinauf in 1 St. über den Ort Schneeberg auf einer Fahrstrasse, von hier sind dann etwa ¾ St. zum Thurme.
Von der Schweizermühle in Sachsen führt auch ein Weg in 2 St. hinauf. Und zwar über Rosenthal zur Grenze am Zollhause vorbei geradeaus – die links abgehende Waldstrasse führt in 3 St. über Kalmswiese und Peiperz nach Bodenbach – bis zum Gasthaus »zur Vintzin« – so der Localname –; an demselben geht dann ein Fusssteig links ab hinauf.
Alle diese Wege können selbstverständlich als Rückwege benützt werden.
In einem Tage kann man von Teplitz aus die Tyssaer Wände und den Schneeberg so besuchen, dass man Früh nach Königswalde fährt – von Eulau Abends Rückfahrt. Von Bodenbach zeitlich aufbrechend, kann man mit Musse den Abendzug von Königswald zur Rückfahrt benutzen.