Ein viel angenehmerer Weg ist der durch den Theinwald. Wir gehen von Zwodau in der Richtung gegen Lanz an dem Peter'schen Kohlenwerke vorüber zum Walde, durch welchen ein sanft ansteigender Weg führt. Hierauf schreiten wir über eine weite, zum Dorfe Thein gelegene Lichtung (einen sandigen Feldcomplex) in den Theinwald und gelangen, dem breiten Waldwege folgend, zu einer im Querthale gelegenen Mühle, von welcher aus links ein Fussweg durch dasselbe an die Zwodau führt, welche wir bei der Herrenmühle auf einem Stege übersetzen. In fünf Minuten gelangen wir in der Richtung nach Falkenau – also zurückgehend – auf den Bahnhof Hartenberg.

Ein dritter Weg führt an der Schmieger'schen Schafwollspinnerei in Zwodau vorüber über den Steinberg durch die kleinen, aber schön gelegenen Orte Sandhäuser und Wörth, wo die Zwodau überschritten wird, und schliesslich an der Bahnstrecke bis Hartenberg. Die Eisenbahn kann auch zu diesem Ausfluge benützt werden. Selbe überschreitet die Zwodau gleich hinter dem Falkenauer Stationsplatze, hat bei Zwodau die Station Zwodau-Davidsthal, tritt unweit des Stationsplatzes wieder an das linke Zwodauufer, bald hierauf an das rechte und fährt fast unmittelbar am Zwodauflusse in dem schönen Zwodauthale an dem Orte Wörth vorüber nach Hartenberg.

Vom Hartenberger Bahnhofe führt eine Strasse an dem unteren Gasthause »zum Schlossberge« in einem Seitenthale aufwärts. Am rechten Bergrücken kommen wir zur Götheruhe, wo der grosse Dichter seinen siebzigsten Geburtstag feierte; von dieser präsentirt sich das gräflich Auersperg'sche Schloss am schönsten. Die romantische Lage dieses auf einem Felskegel stehenden alten Schlosses mit einem zwar kleinen, aber reizenden Schlossgarten, die prächtigen, sorgfältig gepflegten Laub- und Nadelholzwaldungen, die herrliche, reine Gebirgsluft, der tiefe Friede in den Seitenthälern und die historischen Erinnerungen, die sich an diesen schönen Erdenwinkel knüpfen, machen Hartenberg zu dem beliebtesten und besuchtesten Ausflugsorte der Umgebung. An einer Birke ist die Aufschrift zu lesen: »Unter dieser Birke pflegte der grosse Dichter Joh. Wolfgang von Göthe während seines Aufenthaltes im Schlosse Hartenberg öfters zu ruhen.« Von da führt die Strasse nun am Bräuhause vorüber in einer scharfen Biegung auf den Schlossberg mit dem Dorfe Hartenberg und dem Schlosse, dessen Theile aus verschiedenen Zeiten zu stammen scheinen. Sehenswerth ist die Schlosskapelle, der kleine, terrassenförmig angelegte Garten und der unweit des Schlosses angelegte Gemüsegarten als schöner Aussichtspunkt.

Von Hartenberg aus führt ein Weg auf den Pichlberg, an dessen südwestlichem Abhange das Dorf gleichen Namens liegt. Hier haben wir eine schöne Fernsicht nach allen Seiten.

Falkenau-Lobsthal. Wir gehen von Falkenau entweder auf der am Schlosse vorüberführenden Lauterbacher Bezirksstrasse in südöstlicher Richtung oder auf dem Fusswege längs des Lobsbaches zum Dorfe Schäferei, von wo aus die Strasse durch das an beiden Seiten des Lobsbaches gelegene Dorf Wudingrün, an dessen Ende, aber bereits im engen, theilweise schöne Felsenpartien bergenden Thale, das romantisch gelegene Gasthaus »zum Eisenhammer« sich befindet.

Von Falkenau nach Königswerth, über Teschwitz, *das Schiesshaus und zurück (1¼ St.)

In nordöstlicher Richtung führt am linken Egerufer ein Weg an dem Vororte Schönwerth (mit Obst- und Gemüsebau) vorüber nach dem Orte Königswerth (mit Obstbau); von da setzen wir auf einem Kahne über die Eger in das gegenüberliegende Teschwitz (mit Obstanlagen), spazieren auf einem schönen Feldwege am Klingerwäldchen vorbei zum Schiesshause mit schönen Anlagen. Auf einem Felsen oberhalb des herrlich gelegenen Schiesshauses finden wir ein Gloriett. Prächtige Rundsicht!

Touren:

Falkenau-*Sangerberg. Diese südliche Tour empfiehlt sich zu Wagen durch das Lobsthal nach Lauterbach und von da nach dem neu aufstrebenden Curorte Sangerberg. (Für Fussgänger ½ Tag.)

Falkenau-Crudum. Am besten besteigen wir den sagenhaften Crudum 830m vom Lobsthale aus, indem wir die Strasse nach Lauterbach oberhalb der gräflich Nostitz'schen Brettsäge verlassen und links den Weg, der zum Dorfe Kohling hinaufführt, einschlagen. In diesem Dorfe führt uns jedes Kind zum Triangulirungspunkte (im Volksmunde »zur Lärmstange«). Der Ausblick ist um so überraschender, als der Weg fast bis zur Spitze durch Wald führt, und die Aussicht erst kurz vor dem Gipfel des Berges frei wird.