Markneukirchen ist die südlichste Stadt Sachsens und liegt zu beiden Seiten des Schwarzbaches. Die Stadt ist Mittelpunkt der Vogtländischen Blas- und Streichinstrumenten- und Darm-Saiten-Fabrication. Die Firmen: Michael Schuster jun., Paulus & Schuster u. a. haben überseeische Handelsverbindungen und ihre Waaren beherrschen trotz der französischen und italienischen Concurrenz den Weltmarkt. Musikschule – Badeanstalt. Die Stadt hat nach dem Brande von 1840 ein ganz anderes schöneres Gepräge erhalten. Der Ursprung derselben ist in völliges Dunkel gehüllt. Der Ort, der erst aus 17, nach anderen nur aus 3 Häusern bestanden haben soll, scheint ursprünglich nicht zum dobenauischen Gebiet gehört zu haben, sondern es muss erst im 12. Jahrh. an die Vögte gekommen sein. Ursprünglich soll es Nieweekirchen geheissen haben, woraus dann Neukirchen und zur Unterscheidung von gleichnamigen Orten Mark- d. h. Grenz-Neukirchen entstanden sei. Eine andere Vermuthung leitet den Namen von »Markt« ab.

Markneukirchen kommt zuerst 1357 als ein an die Markgrafen abgetretenes Städtlein Neuenkirchen vor. Im Jahre 1360 erhalten die Kaufleute des Ortes durch den Landgrafen Balthasar dieselben Rechte, wie die zu Adorf und Oelsnitz, der Ort muss also schon von einiger Bedeutung gewesen sein.

Das Bässe- und Geigenmachen soll 1580 durch böhmische Exulanten – namentlich aus Schönbach und Graslitz – nach Markneukirchen gebracht worden sein.

Graslitz-Schneckenstein-Schwaderbach und über Brunndöbra, Sachsenberg, Klingenthal und Markhausen retour. Wer eine mineralogische Merkwürdigkeit nicht unberührt lassen will, muss von Graslitz aus den Schneckenstein besuchen. Derselbe gehört Sachsen an und liegt 2½ St. nördlich von Graslitz. Der Fussgänger mag seinen Weg über Eibenberg nehmen, wo er die Bergwand mit riesigen Halden, den Zeugen eines ehemals schwunghaften Baues auf Kupfererze, bedeckt sieht und kann hinter Schwaderbach nebenbei den »Aschberg« (siehe Klingenthal-Aschberg) besteigen. Von Schwaderbach über Ober-Sachsenberg müsste er nach Steindöbra hinab, auf der nach Nord ziehenden Strasse weiter, dann links ab in die Wälder, wo er ohne Compass und Führer den versteckten Schneckenstein gewiss nicht findet. Derselbe ist ein Topasfels; in vielen Lehrbüchern der Mineralogie wird seiner gedacht, und man soll etwas Aehnliches erst im Ural wiederfinden. Früher hat die sächsische Regierung hier Topasse suchen lassen, jetzt kann sich jeder nach Belieben ein Andenken aus dem Gestein herausklopfen und mitnehmen. Auf dem Rückwege würde der Wanderer die sächsischen industriereichen Ortschaften Brunndöbra, Sachsenberg und Klingenthal, auf böhmischer Seite Markhausen berühren. Wer eine Fahrgelegenheit benützen will, kann den grössten Theil des Weges auf guter Strasse zurücklegen.

Graslitz-Forsthaus Nancy-Sauersack-*Kranichsee-Hirschenstand – retour über Schönlind nach Graslitz.

Im Hochsommer bei trockener Zeit ist es eine eigenthümliche Lust, die Moorgründe des höheren Gebirges zu besuchen und zwischen Knieholz (Sumpfkiefer) über schwankenden Boden zu wandern.

Den Botaniker interessiren da die dem Torfmoore eigenthümlichen Pflanzen. Von Graslitz führt eine gute Strasse das Thal des Silberbaches aufwärts in einem hübschen Waldthalkessel zu der in anmuthender Waldeinsamkeit gelegenen Försterei »Nancy« und von da nach Sauersack. Von hier aus wäre ein kundiger Führer mitzunehmen und der Kranichsee zu besuchen. Es ist kein echter See, sondern eine grosse Hochmoorfläche, in deren Torf- und Moosboden das Knieholz wuchert. Solche Moore sind grosse Wasserbehältnisse, da ihr schwammiger Boden begierig die Feuchtigkeit einsaugt und nur langsam wieder von sich gibt. Nach Delitsch enthält ein Moor, wie der Kranichsee, vollständig mit Wasser gesättigt, so viel Wasser, dass es ein ganzes Jahr lang in jeder Secunde 10 Centner Wasser liefern könnte, ehe es seinen Wasservorrath erschöpfte. Drei Bäche entfliessen ihm.

In die Knieholzregion können wir auch leicht von Sauersack aus auf der nach Hirschenstand führenden guten Strasse kommen.

Hirschenstand, Dorf, 1200 Einwohner, welche sich mit Spitzenklöppeln und der Buntstickerei beschäftigen.