Gasthöfe: Schneeberg, Ross.
Von Schmiedeberg gelangen wir in je 1¼ St. in nordöstlicher Richtung nach Pressnitz, in südöstlicher nach Kupferberg, in nordwestlicher nach Weipert und in südwestlicher nach Böhmisch-Wiesenthal (siehe Bereisung von Joachimsthal aus!). Nach Pressnitz führt von Schmiedeberg die Pressnitz-Schmiedeberger Bezirksstrasse. Der Weg ist sehr angenehm.
Pressnitz, Bergstadt, mit 3000 Einwohnern, auf der nördlichen sanften Abdachung.
Gasthäuser: »Herrenhaus«, »Rössel«.
Aemter: K. k. Bezirksgericht, Post- und Telegrafenamt.
Eisenbahnstation der Buschtiehrader Bahn einerseits gegen Weipert, andererseits gegen Komotau.
Geschichtliches: Die Stadt verdankt ihre Entstehung dem Silberbergbau. Hier ist bereits zur Zeit der Regierung des Königs Georg von Poděbrad Silber gegraben und dem Herrn Niklas von Lobkowitz auf Hassenstein eine unbeschränkte Bergfreiheit zum Abbau aller Metalle drei Meilen rings um sein Stammschloss Hassenstein verliehen worden. Diese wurde vom Könige Wladislaw den Gliedern dieses Adelsstammes im J. 1473, 1490, 1500 und 1514 fortwährend weiter zugestanden. Unter König Mathias wurde, um den Bergbau zu heben, ein Vertrag geschlossen, der aber leider kein Heil mehr brachte, weil gleich darnach der 30jährige Krieg ausbrach. Er wurde zwar auch von allen späteren Monarchen gleich den anderen Privilegien bestätigt, ohne aber den erwarteten Erfolg zu haben.
Seit dem grossen Brande am 1. August 1811 sind die Pressnitzer mehr in der Welt bekannt geworden. Seitdem gehen junge Mädchen, mit der Harfe die entferntesten Gegenden besuchend, zum Theile von den Vätern, welche die Geige oder Flöte spielen, begleitet, einem oft nicht unbeträchtlichen Erwerbe nach, mit dem sie zur Unterstützung ihrer Eltern und Geschwister zeitweilig nach Hause kehren. Von Pressnitz aus gelangen wir auf einer guten Strasse durch das weitläufige Dorf Reischdorf über den Reischberg 457m nach Sonnenberg (1¾ St. – siehe Bereisung von Komotau aus).