Eisenbahnverbindung einerseits gegen Eger, andererseits gegen Komotau-Prag-Aussig-Bodenbach.
Post- und Telegrafenamt.
Sehenswürdigkeiten: Die Dreifaltigkeitskirche, ein schönes, geräumiges Gebäude in neu-italienischem Styl im J. 1670 vom Grafen Michel Oswald von Thun erbaut. Das schöne, herrschaftliche Schloss, auf einem Felsen am Ufer der Eger, welche hier durch einen weiten Busen das Ansehen eines beträchtlichen Stromes zeigt. Der Schlossgarten zeigt herrliche Baumgruppen. (Von Klösterle aus kann man auch Leskau und Schönburg besuchen, siehe Kaaden.)
Jetzt treten wir eine echte Gebirgspartie an. Wir kommen der höchsten Masse des Erzgebirges immer näher. Von Klösterle gehen wir in westlicher und nordwestlicher Richtung nach dem ¾ St. entfernten, an einem Berge gelegenen Haadorf und erreichen in einer halben Stunde Steingrün, ein Dorf an der Hauptstrasse, grösstentheils aber zerstreut an den Abhängen eines inneren Thales, in welchem ein kleiner Bach nach Pürstein fliesst, gelegen. Von hier aus erreichen wir, nördlich wandernd, wieder in einer halben Stunde *Kupferberg. Diese Partie lässt sich noch über Wenkau, ein Dorf am südlichen Gebirgsabhange in einem Thale zwischen Waldungen, zurücklegen. Beide Partien zeichnen sich durch grossartigen Gebirgscharakter aus. Ausdauernden Touristen empfehlen wir die Fusstour von Klösterle aus durch das wiederholt berührte, herrliche Egerthal auf der Kaiserstrasse nach Pürstein über Aubach nach Wotsch, von da nach Warta und endlich nordwestlich abbiegend, nach Hauenstein (siehe Bereisung von Johannisthal aus). – Retour nach Pürstein (zu Fuss und per Bahn), das am Zusammenflusse von drei Bächen, im Ausgange eines engen Thales, am Fusse des Erzgebirges in malerischer Gebirgsgegend gelegen ist. Wir gehen nun nördlich und kommen zu dem Schlossberge mit einigen Ueberresten der Burg Pürstenstein, auch Finkelstein, und setzen unseren Weg steil aufwärts nach Kleinthal, dann nach Steingrün fort und erreichen endlich Kupferberg. Dieser Aufstieg wird den Touristen wegen der reichen Abwechslung der wildromantischen Gegend besonders empfohlen. Zuvor statten wir der, an der Strasse gelegenen herrlichen Felspartie einen Besuch ab und erfreuen uns über den prachtvollen Einblick in das Egerthal. Der berühmte Landschaftsmaler Slowikowski, der gegenwärtig mit der Aufnahme von Bildern im Erzgebirge beschäftigt ist, entdeckte hier im J. 1880 eine schöne Sphinx und entwarf eine correcte Zeichnung davon, deren Abdruck sammt dem von ihm verfassten Gedichte nächstens in der Erzgebirgszeitung erscheinen wird.
Kupferberg, eine Bergstadt, auf dem Rücken des Erzgebirges 834m über dem Meere gelegen. Die Kirche wurde in den Jahren 1803 bis 1814 neuerbaut und die alte, ganz baufällige abgetragen; sie hat einen Thurm mit einem harmonischen Geläute von 5 Glocken, welche noch von der alten Kirche herrühren. Das Städtchen ist regelmässig angelegt, die Häuser fassen einen grossen, quadratischen Platz ein.
Gasthäuser: Rathhaus, Deutsches Haus, Post.
Eisenbahnstation (20 Minuten von der Stadt, Verbindung mit Komotau-Weipert).
Postamt.
Der an der Nordseite der Stadt sich erhebende *Kupferhügel (in 12 Min. ohne Anstrengung zu erreichen) ist vom Bergbau ganz unterwühlt, eine Menge Halden an seinem Abhange und in seiner Umgebung sind die Reste der seit vielen Jahren erloschenen unterirdischen Thätigkeit. Auf dem Gipfel steht eine Kapelle, welche von Einheimischen und Fremden häufig der Andacht und auch der herrlichen Aussicht wegen besucht wird. Diese ist eine der merkwürdigsten und schönsten in Böhmen; gegen Nordwest, Nord und Nordost ist sie zwar durch die höheren bewaldeten Rücken und Kuppen des Gebirges beschränkt, aber in anderen Richtungen erstreckt sie sich in unbegrenzte Ferne, besonders gegen Süd und Südosten. Wir sehen bis in die Gegend von Prag, wo dann die Hochebene des mittleren Böhmen den Horizont bildet, und dann weit in die Gegend von Elbogen und Pilsen. Unterhalb der Kapelle befindet sich das bekannte »Gasthaus am Kupferhügel.« (Erscheinungen siehe Klima.)
Von Kupferberg aus gehen wir (auf dem Plateau wird doch niemand die Bahn benützen wollen) in der herrlichen Waldluft auf der Strasse in westlicher Richtung nach Oberhals (¾ St.), einem zerstreut am südlichen schroffen Rande des Gebirgsrückens in ebener Gegend liegenden Dorfe, biegen hinter demselben rechts ab und kommen in dem langgestreckten Orte Schmiedeberg an. Das Dorf hat eine Eisenbahnstation der Buschtiehrader Eisenbahn von Komotau nach Weipert her und ist Absteigestation für die herrlichen Aussichtspunkte: Keilberg, Fichtelberg, Spitzberg bei Gottesgab, Halsberg bei Pressnitz, Kupferhügel und Bärenstein bei Weipert (siehe oben Bereis. des Erzgebirges von Joachimsthal und Kaaden aus!). Hervorragende Gebäude sind die Kirche und das Schulhaus.