„Beweise dieses Irrthums, Ew. Durchlaucht!“ — —
„Liegen, meine ich — ziemlich klar am Tage.“
„Um so dringender muß ich bitten, auch mir dieses Licht leuchten zu lassen, da der Nebel der Verleumdung die höfische Sphäre gewöhnlich so verdickt, daß der reine Glanz der Wahrheit sich gänzlich unserm Auge verbirgt. Je fleckenloser und weißer das Gewand, je nachtheiliger und bemerkbarer sind an demselben die Spuren des Betastens unreiner Hände.“
„Sie gerathen in Affekt, lieber Graf! Freilich, wie Sie meine freundschaftliche und wahrlich auf nichts schlimmes deutende Berührung des Herzens der kleinen Gräfin vielleicht nehmen.“
„Ew. Durchlaucht unmittelbare Meinung auch im geringsten zweideutig oder ehrverletzend zu nehmen, wird mir nie einfallen. — Aber die Sprachröhre müßiger, geifernder Höflinge, wissen sich in das Ohr der Fürsten zu leiten — wie der verheerende Wurm in den Kelch der königlichsten Blume. — Beweise müssen uns wenigstens die Herzensbeobachter liefern; ich beruhige mich nicht ohne Erörterung dieser mir jetzt so konsequent scheinenden Bemerkung Ew. Durchlaucht.“
„So werfen Sie mir den Handschuh hin, ohne sich in Fehde mit dem übrigen uns umgebenden Troß zu verwickeln, welcher zu jener Bemerkung nichts beitrug. Freund zum Freunde also: Mein Louis und Adelaide ist die Losung in der Region liebender Wesen.“
„Der Erbprinz und meine Tochter?“ —
„Lieben sich zart und schwärmerisch wie Engel. Aber Sie begreifen — zum Glück dieser beiden edeln Geschöpfe kann diese Leidenschaft, je herrschender und distinkter sie wird — nicht führen.“
„Ich begreife und danke meinem wahr fürstlichen Freund für die Entdeckung, aus vollem innig gerührten Herzen!“