Kyll (Broß am Arm fassend, schreiend): Aber ich ertrag's nicht länger. Ich kann nicht länger unter Masken leben. Ich wage nicht mehr, mich nach einem Abschied umzudrehen. Ich sehe des anderen heuchlerisches Lächeln sich zu Spott verzerren. Ich fühle ihn den Dolch seiner verleumderischen Rede mir meuchlings in den Rücken stoßen. (Tritt ganz hart an Broß heran, mit wild flackernden Blicken.) Das Hirn möchte ich dem Kerl auseinanderreißen, der mir gegenüber sitzt, das Herz möchte ich ihm zerfleischen, um zu wissen, was er denkt und fühlt.
(Broß macht erschreckt einen Schritt gegen das Büfett, hinter dem der Kellner schläft.)
Kyll (faßt ihn beim Arm): Wo wollen Sie hin?
Broß (mit einem Versuch, seine Angst zu verheimlichen): Ich wollte nur den Kellner – ich möchte noch einen Kognak.
Kyll (mit wildem Blick): Sie lügen – Sie fürchten sich vor mir.
Broß (gezwungen auflachend): Aber, lieber Herr ... (Er sucht den Namen.) Wie können Sie nur glauben – Sie sind so unterhaltend – ich könnte noch bis Tagesanbruch mit Ihnen zusammensitzen.
(Truck tritt ein mit einem Mädchen.)
Truck (zu Broß): Nu frag' ich einen Menschen. Broß, Menschenkind, trifft man Sie in nachtschlafender Zeit noch im Kaffee?
Broß (erlöst aufatmend, faßt Trucks Hand, leise): Sie schickt mir der Himmel. Ich bin da an einen Wahnsinnigen geraten.
Kyll (der angestrengt hinübergehorcht hat): Was haben Sie dem Mann von mir gesagt? (Zu Truck.) Eben hat er mir versichert, ich sei so unterhaltend, die ganze Nacht möchte er mit mir zusammensitzen. (Zieht einen Revolver aus der Tasche.) Warum hast du gelogen – Kerl!