Der Rabe und die Möve

Vor langer Zeit kam einmal ein Jäger zum Haus des Raben. Als er eintrat, sah er da einen alten Mann; der sagte zu ihm: »Kak! sicherlich bist du hungrig. Wir sind alle hungrig, wenn wir von zu Hause wegwandern.« Dann befahl er einem Knaben etwas Menschenfleisch hereinzubringen. Der Knabe brachte es. Der Alte schnitt ein Stück ab und gab es dem Jäger. Der sagte aber: »Ich mag diese Art von Fleisch nicht« worauf der alte Mann erwiderte: »Gib es mir, ich kann es schon essen.« Nachdem er es aufgegessen, sagte er zum Knaben: »Bring etwas Walhaut herein.« Was der brachte, war aber in Wirklichkeit Vogelmist. Er gab es dem Eskimo, der erklärte, das könne er nicht essen. »Gib es mir«, sagte der Alte, »ich kann es essen.« Dann hieß er den Knaben Walbeine bringen. Er bot das dem Eskimo an, der wieder erklärte, er könne das nicht essen. Der Alte sagte wieder: »Ich kann es essen, gib es mir.« Nachdem er es aber verzehrt hatte, sagte er: »Mein Magen tut mir weh« und spie alles, was er gegessen hatte, aus.

Nicht weit von da war das Haus einer Möve. Der Jäger wurde eingeladen, einzutreten. Er ging hinein und die Möve gab ihm getrocknete Fische, die er sehr zufrieden verzehrte. Dann verließ er sie, ging nach Hause und erzählte, wie ihn die Vögel bewirtet hatten.

Entstehung der Möven

Einige Leute in einem Boot wollten um eine Landspitze, die weit ins Wasser ragte, herumkommen. Da das Wasser unter dem Ende der Landzunge, die in einer hohen Klippe endete, immer sehr stark bewegt war, baten einige Frauen, man sollte doch über den Landrücken gehen. Eine von ihnen stieg auch mit ihren Kindern aus, um das Boot zu erleichtern. Sie sollte über jene Stelle gehen und die anderen versprachen, drüben auf sie zu warten. Die Leute im Boot waren so weit gekommen, daß die Rufe, welche die Richtung angeben sollten, undeutlich wurden. Die arme Frau wurde ängstlich und hatte die anderen im Verdacht, sie wollten sie verlassen. Sie blieb bei der Klippe und schrie unausgesetzt die letzten Worte, die sie gehört hatte. Schließlich wurde sie in eine Möve verwandelt und über den ganzen Sund ertönt jetzt ein: »Geh' rüber, g-rüber, güber, über, üb!« und so fort.

Der Ursprung der Mücken

Ein Mann hatte eine nachlässige Frau, die nie seine Fellkleider reinschabte, wenn er von seinen Ausflügen zurückkam. Er bemühte sich sehr, sie zu besserem zu überreden und sich aufzuführen, wie einer Frau geziemt. Wieder einmal sollte sie die angehäufte Schmutzschicht von den Kleidern des Mannes entfernen. Sie nahm verdrießlich das Gewand und reinigte es aber so nachlässig, daß der Mann, wie er das Aussehen der Kleider bemerkte, etwas von dem Dreck, der noch daran klebte, nahm und ihr nachwarf. Die Teilchen verwandelten sich in Mücken und jetzt im Frühling, wenn die warmen Tage kommen und die Frauen Arbeit haben, die Kleider zu putzen, sammeln sie sich um sie und so werden die Frauen an das schlampige Weib erinnert und was ihr geschehen war.

Entstehung der Schwalben

Einige kleine Kinder, die sehr gescheit waren, spielten am Ende einer hohen Klippe, nah bei den Zelten, wo sie wohnten, indem sie Spielhäuser machten. Sie wurden bewundert wegen ihrer Klugheit und bekamen den Namen »zuluganak«, wie jener Rabe, von dem man annahm, daß er alle Vergangenheit und Zukunft wisse. Während diese Kinder also sich vergnügten, wurden sie in kleine Vögel verwandelt und sie vergaßen ihre letzte Beschäftigung nicht und bis zum heutigen Tag kommen sie zu den Klippen, nah bei dem Lager der Leute, und machen Häuser aus Lehm, die sie an einer Seite des Felsens befestigen. Die Eskimokinder beobachten gerne die Schwalben, wie sie, wenn der Rabe sie dabei nicht stört, ihre Iglu aus Lehm bauen.

Die Entstehung der Lummen