„Das ist richtig. Das geht aber Sie gar nichts an. Das ist eine reine Familienangelegenheit.“ Salvatore ist in seinem guten Recht.
„Bei dieser Bombengeschichte ist aber eine Frau getötet worden.“
„Das weiß ich, das brauchen Sie mir nicht zu sagen. Das ist meine Frau, und ich denke doch, daß ich mit meiner Frau machen kann, was ich will, denn sie kriegt doch von mir das Essen und die Kleider, und die Musik für die Hochzeit habe ich auch bezahlt.“ Salvatore ist abermals in seinem guten Recht.
„Es ist aber nicht Ihre Frau Elvira, die getötet wurde, sondern die Frau des Juan Guennel.“
„Dann geht mich die ganze Geschichte überhaupt gar nichts an. Die Frau vom Juan kenne ich gar nicht, die hat mir gar nichts getan, und wenn die dabei draufgegangen ist, dann war das nicht meine Absicht. Das ist dann ein Unglücksfall. Und für Unglücksfälle bin ich nicht verantwortlich. Die Guennel-Frau konnte besser achtgeben.“
Damit ist für Salvatore die Angelegenheit erledigt. Seine Zigarette ist aufgeraucht; er wirft den Stummel fort, nimmt seine Pickhacke und wütet gegen den Berg, daß dem Beamten die Brocken nur so um die Ohren fliegen.
Acht Tage darauf ist die Gerichtsverhandlung. Salvatore hat sich wegen Mord zu verantworten. Die Geschworenen sind indianische Arbeiter, wie er einer ist. Irgend jemand hat ihm gesagt: „Im Gerichtssaal hältst du einfach die ganze Zeit das Maul. Entweder du sagst kein einziges Wort, oder, wenn du schon was sagst, antwortest du immer nur: ‚Das weiß ich nicht.‘“
Daran hält sich Salvatore. Im großen und ganzen ist ihm das alles ganz egal. Wird er verurteilt, ist es ihm recht; wird er freigesprochen, ist es ihm auch recht. Er rollt sich seine Zigaretten und macht sich in dem Gerichtssaal einen faulen Tag. Auch die Geschworenen rauchen frischweg. Wenn man es ihnen verböte, würden sie nach Hause gehen und man hätte keine Geschworenen.
„Der Angeschuldigte hat den Mord eingestanden. Der hier als Zeuge anwesende Beamte hat den Angeschuldigten an seinem Arbeitsplatze vernommen, und die Tat ist ohne weiteres zugegeben worden.“ Der öffentliche Ankläger vertritt eine klare, sichere Sache; er hat so gut wie gar keine Arbeit.
Ein Geschworener läßt Salvatore durch den Vorsitzenden fragen, ob er den Mord eingestanden habe.