[19] La Hoguette an Louvois, 31. Juli (10. Aug.) 1690.
[20] Daß ich der irischen Infanterie nicht unrecht thue, ergiebt sich aus den Berichten, welche die bei der Armee Jakob’s am Boyne stehenden französischen Offiziere an ihre Regierung und an ihre Familien einsandten. La Hoguette sagt in einem am 4. (14.) Juli eilig geschriebenen Briefe an Louvois: „Je vous diray seulement, Monseigneur, que nous n’avons pas esté battus, mais que les ennemys ont chaussés devant eux les troupes Irlandoises comme des moutons, sans avoir essayé un seul coup de mousquet.”
In einem mehrere Wochen später aus Limerick geschriebenen ausführlicheren Briefe sagt er: „J’en meurs de honte.” Er giebt zu, daß es im glücklichsten Falle nicht leicht gewesen sein würde, die Schlacht zu gewinnen. „Mais il est vray aussi,” setzt er hinzu, „que les Irlandois ne firent pas la moindre resistance, et plièrent sans tirer un seul coup.” Zurlauben, Oberst eines der schönsten Regimenter in französischen Diensten, schrieb in gleichem Sinne, ließ aber dem Muthe der irischen Reiterei Gerechtigkeit widerfahren, welche La Hoguette gar nicht erwähnt.
Im französischen Kriegsministerium befindet sich ein Brief, den Boisseleau, der Zweite im Commando nach Lauzun, nach der Schlacht hastig an seine Gattin schrieb. Er sagt: „Je me porte bien, ma chère feme. Ne t’inquieste pas de moy. Nos Irlandois n’ont rien fait qui vaille. Ils ont tous laché le pié.”
Desgrigny, der unterm 10. (20.) Juli schrieb, giebt mehrere Gründe für die Niederlage an. „La première et la plus forte est la fuite des Irlandois qui sont en vérité des gens sur lesquels il ne faut pas compter du tout.” In dem nämlichen Briefe schreibt er: „Il n’est pas naturel de croire qu’une armée de vingt cinq mille hommes qui paroissoit de la meilleure vollonté du monde, et qui à la veue des ennemis faisoit des cris de joye, dût être entièrement défaite sans avoir tiré l’épée et un seul coup de mousquet. Il y a eu tel regiment tout entier qui a laissé ses habits, ses armes, et ses drapeaux sur le champ de bataille, et a gagné les montagnes avec ses officiers.”
Ich habe mich vergebens nach der Depesche umgesehen, in welcher Lauzun einen ausführlichen Rapport über die Schlacht an Louvois erstattet haben muß.
[21] Lauzun schrieb unterm 16. (26.) Juli 1690 an Seignelay: „Richard Amilton a été fait prisonnier, faisant fort bien son devoir.”
[22] Meine Hauptmaterialien für die Geschichte dieser Schlacht sind Story’s Impartial Account und Fortsetzung dazu; History of the War in Ireland by an Officer of the Royal Army; die Depeschen im französischen Kriegsministerium; Life of James, Orig. Mem.; Burnet II. 50. 60; Narcissus Luttrell’s Diary; die London Gazette vom 10. Juli 1690; die Depeschen Hop’s und Baden’s; eine Erzählung, wahrscheinlich von Portland, welche Wilhelm den Generalstaaten übersandte; Portland’s Privatbrief an Melville; Capitain Richardson’s Erzählung und Plan der Schlacht; das Dumont- und das Bellingham-Manuscript. Auch habe ich einen Bericht von der Schlacht in einem Tagebuche gelesen, das in schlechtem Latein und in kaum zu entziffernder Schrift von einem Offizier der geschlagenen Armee abgefaßt war, der ein verdorbener Schulmeister gewesen zu sein scheint. Dieses Tagebuch wurde mir von Mr. Walker, dem es gehört, freundlichst geliehen. Der Verfasser erzählt das Mißgeschick seines Vaterlandes in einem Style von dem eine kleine Probe genügen mag. „1. Juli 1690. O diem illum infandum, cum inimici potiti sunt pass apud Oldbridge et nos circumdederunt et fregerunt prope Plottin. Hinc omnes fugimus Dublin versus. Ego mecum tuli Cap Moore et Georgium Ogle, et venimus hac nocte Dub.”
[23] Siehe Pepys’s Diary, June 4. 1664. „Er erzählt mir vor Allem vom Herzoge von York, daß er inmitten eines verzweifelten Unternehmens mehr er selbst und urtheilsfähiger ist als zu andern Zeiten.” Clarendon sagt zu wiederholten Malen das Nämliche. Swift schrieb an den Rand seines Exemplars von Clarendon an einer Stelle: „Wie alt war er (Jakob) als er ein Papist und ein Feigling wurde?” An einer andren: „Er erwies sich als ein feiger papistischer König.”
[24] Der Pater Orléans erwähnt, daß Sarsfield Jakob begleitete. Die Schlacht am Boyne war kaum geschlagen, als sie auch schon den Stoff zu einem Drama hergeben mußte, betitelt: The Royal Flight, or the Conquest of Ireland, a Farce, 1690. Etwas Erbärmlicheres ist nie geschrieben worden. Es verdient aber bemerkt zu werden, daß, obgleich die Irländer allgemein als Feiglinge dargestellt werden, in diesem elenden Stücke zu Gunsten Sarsfield’s eine Ausnahme gemacht ist. „Dieser Bursche,” sagt Jakob für sich, „wird mich am Ende wider meinen Willen noch tapfer machen.” — „Fluch meinem Unsterne,” sagt Sarsfield nach der Schlacht, „daß ich detachirt werden mußte! Ich würde den Händen der ketzerischen Fortuna den Sieg noch entrissen haben.”