[15.] Avaux Neg., Oct. 29. (Nov. 8.) 1683.

[16.] In Betreff des Verhältnisses, in welchem der Statthalter und die Stadt Amsterdam zu einander standen, siehe Avaux an mehreren Stellen.

Jakob’s Benehmen nach dem Prozesse der Bischöfe. [An] dem wichtigen Tage, an welchem die Bischöfe freigesprochen und die Einladung nach dem Haag abgesandt wurde, kehrte Jakob in verdrüßlicher und gereizter Stimmung von Hounslow nach Westminster zurück. Er bemühte sich diesen Nachmittag heiter zu scheinen;[17] aber die Freudenfeuer, die Raketen und vor Allem die wächsernen Päpste, welche in allen Stadttheilen Londons leuchteten, waren eben nicht geeignet, ihn zu erheitern. Wer ihn am andren Morgen sah, konnte in seinen Zügen und in seiner Haltung ohne Mühe die heftigen Gemüthsbewegungen erkennen, die in seiner Brust tobten.[18] Einige Tage lang schien er sehr ungern von dem Prozeß zu sprechen, so daß selbst Barillon es nicht wagen durfte, die Sache zur Sprache zu bringen.[19]

Bald begann es sich klar zu zeigen, daß die Niederlage und Demüthigung das Herz des Königs nur noch mehr verhärtet hatte. Die ersten Worte, die über seine Lippen kamen, als er erfuhr, daß die Gegenstände seiner Rache ihm entschlüpft, waren: „Sie sollen es bereuen!“ Schon nach wenigen Tagen wurde der Sinn dieser Worte, die er seiner Gewohnheit nach sehr häufig wiederholte, vollkommen klar. Er machte sich Vorwürfe, nicht darüber, daß er die Bischöfe gerichtlich verfolgt, sondern daß er sie vor ein Tribunal gestellt hatte, wo die factischen Fragen durch Geschworne entschieden wurden und die feststehenden Rechtsgrundsätze auch von den servilsten Richtern nicht gänzlich aus den Augen gelassen werden konnten. Diesen Fehler beschloß er wieder gut zu machen. Nicht nur die sieben Prälaten, welche die Petition unterzeichnet hatten, sondern die gesammte anglikanische Geistlichkeit sollte Ursache haben, den Tag zu verwünschen, an welchem sie einen Sieg über ihren Landesherrn davon getragen. Etwa vierzehn Tage nach dem Prozeß wurde eine Kabinetsordre erlassen, welche allen Diöcesankanzlern und Archidiakonen anbefahl, in ihren betreffenden Sprengeln eine strenge Untersuchung vorzunehmen und binnen fünf Wochen der Hohen Commission die Namen aller derjenigen Pfarrer, Vikare und Curaten aufzugeben, welche die Indulgenzerklärung nicht verlesen hatten.[20] Der König weidete sich schon im voraus an dem Entsetzen, mit dem die Ungehorsamen vernehmen würden, daß sie vor ein Tribunal gestellt werden sollten, von dem sie keine Gnade zu erwarten hatten.[21] Die Anzahl der Schuldigen betrug wenig unter, wenn nicht volle zehntausend und nach dem, was im Magdalenen-Collegium geschehen war, konnte jeder von ihnen mit gutem Grunde darauf gefaßt sein, daß ihm die Ausübung aller seiner geistlichen Functionen untersagt, daß er aus seiner Pfründe vertrieben, zur Bekleidung irgend eines andren Amtes für unfähig erklärt und in die Kosten des Prozesses verurtheilt würde, der ihn zum Bettler gemacht.

[17.] Adda, 6.(16.) Juli 1688.

[18.] Reresby’s Memoirs.

[19.] Barillon, 2.(12.) Juli 1688.

[20.] London Gazette, July 16. 1688. Die Kabinetsordre ist vom 12. Juli datirt.

[21.] Barillon’s eigene Worte 6.(16.) Juli 1688.

Entlassungen und Ernennungen. [Dies] war die Verfolgung, durch welche Jakob im Ärger über seine große Niederlage in Westminsterhall die Geistlichkeit zu züchtigen beschloß. Vor der Hand bemühte er sich, den Männern des Gesetzes durch rasche und ausgedehnte Vertheilung von Belohnungen und Strafen zu zeigen, daß consequente und schamlose Servilität, wenn sie auch nicht zum Ziele führte, ein sicheres Anrecht auf seine Gunst verleihe und daß Jeder, der nach jahrelanger Unterwürfigkeit nur einen Augenblick auf den Pfad des Muthes und der Rechtschaffenheit überzuspringen wagte, sich eines unverzeihlichen Verbrechens schuldig mache. Die Heftigkeit und Frechheit, welche der Renegat Williams während des ganzen Prozesses der Bischöfe an den Tag gelegt, hatte ihn der ganzen Nation verhaßt gemacht.[22] Er wurde mit dem Baronettitel belohnt. Holloway und Powell hatten ihren Ruf durch die Erklärung gehoben, daß die Petition ihrer Ansicht nach kein Libell sei. Sie wurden ihrer Stellen entsetzt.[23] Wright’s Schicksal scheint einige Zeit zweifelhaft gewesen zu sein. Er hatte zwar gegen die Bischöfe resumirt, hatte es aber geduldet, daß ihr Rechtsbeistand die Dispensationsgewalt bestritt; er hatte die Petition ein Libell genannt, es aber sorgfältig vermieden, die Indulgenzerklärung gesetzlich zu nennen, und während der ganzen Verhandlung hatte er in dem Tone eines Mannes gesprochen, welcher wußte, daß ein Tag der Rechenschaft kommen konnte. Allerdings hatte er auch gegründete Ansprüche auf Nachsicht, denn es war wohl kaum zu erwarten, daß irgend eines Menschen Frechheit in einer solchen Aufgabe, angesichts einer solchen Barre und eines solchen Auditoriums von Anfang bis zu Ende hätte aushalten können, ohne zu erschlaffen. Die Mitglieder der jesuitischen Cabale tadelten ihn jedoch wegen seines Mangels an Muth; der Kanzler nannte ihn einen Esel und man glaubte allgemein, daß ein neuer Oberrichter ernannt werden würde.[24] Aber es fand keine derartige Veränderung statt. Es würde auch nicht leicht gewesen sein, Wright’s Stelle wieder zu besetzen. Die vielen Juristen, welche in Talenten und Kenntnissen hoch über ihm standen, waren fast ohne Ausnahme den Plänen der Regierung feindlich gesinnt; und die sehr wenigen, die ihn in Gewissenlosigkeit und Frechheit übertrafen, waren fast ohne Ausnahme nur in den untersten Schichten ihres Standes zu finden und würden unfähig gewesen sein, nur die gewöhnlichen Geschäfte des Kingsbenchgerichts zu leiten. Williams vereinigte allerdings alle Eigenschaften in sich, welche Jakob von einem hohen Gerichtsbeamten verlangte, aber seiner Dienste bedurfte man bei der Staatsanwaltschaft und wäre er von derselben entfernt worden, so würde der Krone nicht der Beistand eines Advokaten dritten Ranges geblieben sein.