[166.] Die hohen Preise, welche Varelst und Verrio bezahlt wurden, sind in Walpole’s Anecdotes of Painting erwähnt.

Lage des niederen Volks. [Der] wichtigste Maßstab für die Lage des gemeinen Volks ist die Höhe der Arbeitslöhne, und da im siebzehnten Jahrhundert vier Fünftel des gemeinen Volks beim Landbau beschäftigt war, so ist die Feststellung der Löhne bei der landwirthschaftlichen Industrie von ganz besonderer Wichtigkeit. Es stehen uns die Mittel zu Gebote, um in Bezug auf diesen Gegenstand zu Ergebnissen zu gelangen, die für unsren Zweck hinreichend genau sind.

Löhne der Feldarbeiter. [Sir] Wilhelm Petty, dessen bloße Aussage schon großes Gewicht hat, versichert uns, daß ein Feldarbeiter, der mit Kost vier Pence und ohne Kost acht Pence Tagelohn erhielt, sich noch nicht am schlechtesten stand. Vier Schillinge, war daher nach Petty’s Berechnung beim Landbau ein sehr guter Wochenlohn.[167]

Wir haben mehr als hinlängliche Beweise dafür, daß diese Berechnung nicht weit von der Wirklichkeit abweicht. Zu Anfang des Jahres 1685 setzten die Richter von Warwickshire kraft einer ihnen durch einen Erlaß der Königin Elisabeth ertheilten Vollmacht in ihrer Quartalsitzung eine Lohntaxe für die Grafschaft fest und bestimmten, daß jeder Arbeitgeber, der mehr als die festgesetzten Löhne bewilligte, sowie jeder Arbeiter, der mehr annähme, bestraft werden solle. Der Lohn des gemeinen Feldarbeiters wurde vom März bis zum September genau auf den von Petty angegebenen Betrag festgesetzt, nämlich auf vier Schillinge wöchentlich, ohne Kost. Vom September bis zum März sollte der Lohn nur drei Schillinge 6 Pence betragen.[168]

Die Löhne des Landmanns waren jedoch damals, wie auch jetzt, in den verschiedenen Theilen des Landes sehr verschieden. In Warwickshire betrugen sie wahrscheinlich ungefähr die Durchschnittssumme, in den Grafschaften zunächst der schottischen Grenze waren sie noch niedriger; allein es gab auch begünstigtere Districte. In dem nämlichen Jahre — 1685 — ließ ein Gentleman von Devonshire, Namens Richard Dunning, ein kleines Schriftchen erscheinen, in welchem er die Lage der Armen dieser Grafschaft beschrieb. Es kann nicht bezweifelt werden, daß er von seinem Gegenstande die genaueste Kenntniß hatte, denn schon nach wenigen Monaten erlebte die Schrift eine neue Auflage und wurde von den zur Quartalsitzung in Exeter versammelten Magistratsbeamten der Beachtung aller Gemeindevorstände dringend empfohlen. Nach ihm betrug der Wochenlohn des Feldarbeiters in Devonshire ungefähr fünf Schillinge ohne Kost.[169]

Noch besser standen sich die Arbeiter in der Umgegend von Bury St. Edmund’s. Die Magistratsbeamten von Suffolk versammelten sich dort im Frühjahr 1682, um eine Lohntaxe festzustellen, und sie beschlossen, daß der Arbeiter, wenn er nicht beköstigt würde, im Winter fünf und im Sommer sechs Schillinge wöchentlich erhalten sollte.[170]

Im Jahre 1661 hatten die Richter von Chelmsford den Wochenlohn des Arbeiters in Essex, wenn er nicht beköstigt wurde, auf sechs Schillinge im Winter und sieben im Sommer festgesetzt. Dies scheint der höchste Lohn zu sein, der zwischen der Restauration und der Revolution für Feldarbeit im Königreiche bewilligt wurde, und es ist hierbei noch zu bemerken, daß in dem Jahre, wo diese Bestimmungen getroffen wurden, die Lebensmittel unmäßig theuer waren. Der Quarter Weizen kostete siebenzig Schillinge, ein Preis, bei dem man selbst heutzutage von Hungersnoth sprechen würde.[171]

Diese Thatsachen stehen im vollkommensten Einklange mit einem anderen Factum, das Beachtung verdient. Es liegt auf der Hand, daß in einem Lande, wo Niemand zum Militairdienst gezwungen werden kann, die Reihen einer Armee sich nicht füllen werden, wenn die Regierung einen erheblich geringeren Sold bietet, als der Lohn eines gewöhnlichen Landarbeiters beträgt. Gegenwärtig beträgt die Löhnung eines Gemeinen, einschließlich des Biergeldes, bei der Linie sieben Schillinge und sieben Pence die Woche. Dieser Sold, verbunden mit der Aussicht auf eine Pension, zieht jedoch die englische Jugend nicht in hinreichender Zahl an, und man sieht sich genöthigt, den Ausfall durch ausgedehnte Werbungen unter der ärmeren Bevölkerung von Munster und Connaught zu decken. Im Jahre 1685 betrug die Löhnung des gemeinen Infanteristen nur vier Schillinge acht Pence die Woche, und dennoch ist es erwiesen, daß es der Regierung in jenem Jahre nicht schwer wurde, binnen sehr kurzer Zeit viele Tausend englische Rekruten zu erhalten. In der Armee der Republik hatte die Löhnung des gemeinen Fußsoldaten sieben Schillinge betragen, das heißt so viel, als unter Karl II. ein Korporal bekam,[172] und dieser Sold erwies sich als hinreichend, um die Reihen des Heeres mit Männern zu füllen, welche entschieden über der großen Masse des Volks standen. Im Ganzen scheint man daher mit gutem Grunde annehmen zu können, daß unter der Regierung Karl’s II. der gewöhnliche Lohn des Bauern nicht über vier Schillinge die Woche betrug, daß aber in einigen Gegenden des Landes fünf Schillinge, sechs Schillinge, und während der Sommermonate selbst sieben Schillinge bezahlt wurden. Gegenwärtig würde der Zustand eines Districts, in welchem der Arbeitsmann nur sieben Schillinge wöchentlich verdiente, für höchst traurig gelten. Der durchschnittliche Lohn ist bedeutend höher, und in wohlhabenden Grafschaften steigt der Wochenlohn des ländlichen Arbeiters auf zwölf, vierzehn und sogar sechzehn Schillinge.

[167.] Petty’s Political Arithmetic.

[168.] Stat. 5. Eliz. c. 4. Archaeologia vol. XI.