[85.] Brief an König Karl II., der sich vor Barclay’s Apologie befindet.

[86.] Sewel’s History of the Quakers, book X.

[87.] Minutes of Yearly Meetings, 1689, 1690.

[88.] Clarkson on Quakerism; Peculiar Customs, chapter V.

[89.] Als ich diese Stelle geschrieben hatte, fand ich in dem britischen Museum ein Manuscript (Harl. Ms. 7506) betitelt: „An account of the Seizures, Sequestrations, great Spoil and Havock made upon the Estates of the several Protestant Dissenters called Quakers, upon Prosecution of old Statutes made against Papist and Popish Recusants.“ Dieses Manuscript ist als früheres Eigenthum Jakob’s bezeichnet und scheint von seinem vertrauten Diener, Oberst Graham, dem Lord Oxford eingehändigt worden zu sein. Dieser Umstand bestärkt mich in der Meinung, die ich von dem Verfahren des Königs gegen die Quäker gefaßt habe.

Wilhelm Penn. [Die] Quäker hatten einen mächtigen und eifrigen Fürsprecher am Hofe. Obgleich sie als Gesellschaft betrachtet mit der Welt wenig in Berührung kamen, und die Staatsangelegenheiten als eine Sache vermieden, die ihre geistlichen Interessen gefährdete, so lebte doch einer der Ihrigen, der sich von den Anderen durch Stellung und Reichthum bedeutend unterschied, in den höchsten Kreisen, und fand bei dem König stets bereitwilliges Gehör. Es war dies der gepriesene Wilhelm Penn. Sein Vater hatte eine hohe Befehlshaberstelle bei der Flotte bekleidet, war Commissar der Admiralität und Parlamentsmitglied gewesen und hatte, nachdem er die Ehre des Ritterschlags empfangen, Aussicht auf eine Peerschaft erlangt. Dem Sohne war eine liberale Erziehung zu Theil geworden, er sollte in Kriegsdienste treten, als er, noch sehr jung, seine Aussichten dadurch trübte und seinen Angehörigen dadurch Kummer verursachte, daß er sich denen anschloß, die man zu jener Zeit allgemein für eine Rotte unsinniger Ketzer hielt. Man hatte ihn bald in den Tower, bald in Newgate eingesperrt, und ihm bei der Old Bailey den Prozeß gemacht, weil er gegen den Willen des Gesetzes Predigten gehalten. Nochmals schloß er jedoch mit seiner Familie Versöhnung, und hatte so mächtigen Schutz zu erlangen gewußt, daß während alle Gefängnisse Englands mit seinen Brüdern angefüllt waren, er es viele Jahre hindurch wagen durfte, seine Meinungen ohne Belästigung auszusprechen. Gegen das Ende der vorigen Regierung hatte man ihn zur Tilgung einer alten Schuld, welche er von der Krone zu fordern hatte, mit ungeheuren Länderstrecken in Nordamerika beliehen, und er forderte seine verfolgten Freunde auf, sich in dieser, blos von indianischen Jägern bewohnten Gegend niederzulassen. Als Jakob zur Regierung gelangte, war die Colonie noch im Entstehen.

Jakob und Penn hatten schon seit langer Zeit eine vertraute Bekanntschaft unterhalten. Der Quäker wurde jetzt ein Hofmann und beinahe ein Günstling. Er wurde täglich aus dem Vorzimmer in das Kabinet gerufen und hatte häufig lange Audienzen, während Peers im Vorzimmer warten mußten, und man behauptete, daß er mehr wirkliche Gewalt zu nützen und zu schaden habe, als viele mit hohen Ämtern beliehene Edelleute. Bald sah er sich von Schmeichlern und Bittstellern umgeben, und in seinem Hause zu Kensington fanden sich, wenn er Morgens das Bett verließ, oft mehr als zweihundert Menschen ein, welche ihm ein Anliegen vorzutragen hatten. Jedoch kam ihm dieses scheinbare Glück theuer zu stehen, seine eigene Sekte behandelte ihn mit Kälte, und lohnte seine Dienste mit Vorwürfen. Man beschuldigte ihn laut, Papist und Jesuit zu sein, Einige behaupteten, er sei zu St. Omer erzogen, Andere er habe in Rom die Ordination empfangen. Obgleich nun diese Verleumdungen nur bei dem kurzsichtigen Haufen Glauben fanden, so waren dieselben doch mit besser begründeten Beschuldigungen verbunden.[90]

Die volle Wahrheit über Penn auszusprechen ist ein Unternehmen, welches einigen Muth erfordert, indem er mehr eine mythische als eine historische Person ist. Eifersüchtige Nationen und feindliche Sekten haben sich zu seiner Heiligsprechung geeinigt, England nennt mit Stolz seinen Namen, eine mächtige Republik jenseit des atlantischen Ozeans empfindet für ihn eine ähnliche Ehrfurcht, wie sie die Athenienser für Theseus und die Römer für Quirinus füllten. Die ehrenwerthe Gesellschaft, der er angehörte, erblickt in ihm einen Apostel, und fromme Männer andren Glaubens haben ihn in der Regel als ein Muster christlicher Tugenden aufgestellt. Dagegen ist sein Lob auch von Verehrern ganz anderer Art ausgesprochen worden. Die französischen Philosophen des achtzehnten Jahrhunderts verziehen ihm das, was sie seine abergläubischen Einbildungen nannten, in Betracht seiner Verachtung der Priester und seines menschenfreundlichen Wohlwollens, das sich ohne Unterschied über alle Stämme und Glaubensformen erstreckte. Deshalb ist sein Name in allen civilisirten Ländern von gleicher Bedeutung mit Redlichkeit und Menschenliebe.