Er ließ es ruhig geschehen, daß ich, seinen Arm kräftig unterstützend, ihn hinaus begleitete.

Die Kunde des Unfalls mochte schon bis in den Musiksaal gedrungen sein. Wir sahen Helene plötzlich in angstvoller Hast aus der Thür dieses Saales stürzen. »Es ist einer an dem Roulette vom Schlag getroffen worden!« Dies herumfliegende Gerücht hatte sie, von plötzlichem Schreck erfaßt, aufspringen heißen. Es konnte — konnte der Vater sein ...

Gottlob, da war er ja! Und von der Freude, ihn wiederzusehen, ward fast das Staunen verdeckt, mich als seine Stütze zu erblicken. Nur ein kurzes, schnelles »Herr Born!«, dann sofort die gewohnte Beherrschung. »Ah, wie danke ich Ihnen, mein Herr!«

Aber die Röte, die verräterische Glühröte ihres lieben, lieben Gesichtes ...

Sie hatte statt meiner die Führung übernommen.

»Was ist Dir, Vater? Ist Dir nicht wohl?«

»O doch ... wohl, sehr wohl!« Es klang wie eine Erlösung. »Komm, wir wollen gehen.« Und nach ein paar Schritten: »Wir wollen fort ... es ist genug ... Wir wollen reisen, hörst Du?«

Wer beschreibt den fragenden Blick des Staunens, des Zweifels, der verhaltenen Freude, den wir beide über den Kopf des Vaters hinweg uns zuwarfen?

Jahre sind seitdem vergangen. Die Erinnerung an all die häßliche Widerwärtigkeit jener Tage ist längst verblaßt unter dem Sonnenschein unseres Glückes. Aus dem »Nichts« ist ein Mann erstanden, der mit Ernst und Thatkraft die Geschicke der Seinen meistert. Aber das Selbstbewußtsein, das er aus dem wachsenden Gedeihen seiner Unternehmungen schöpft, will sich gerne dem Bekenntnis unterordnen, daß nur die Kameradschaft des tapfersten und prächtigsten Weibes ihn so freudigen Mutes im Kampfe des Lebens streiten heißt.