»Um fünf! Ich habe jemand gesprochen, der es mit angesehn. Drei sprangen ins Wasser, einer hielt sich und ist gerettet, die andern sind weg!«
»Scheußlich!« fuhr eine dritte Stimme dazwischen.
Die Hille durchschauerte es eiskalt. Eine Frage erstarrte auf ihren Lippen, bebend blieben diese geöffnet, und so, regungslos eingekeilt, mußte sie weiter das Entsetzliche anhören.
»Es solle eine alte Zille gewesen sein, ein Verbrechen, damit hinaus zu machen bei solchem Wind!«
»Weiß man, wer es war?«
»Drei junge Leute aus Potsdam.«
»I wo, drei Berliner Künstler« — ließ sich eine fette Allesbesserwissen-Stimme zwischen der Wagenthür vernehmen. »Ein Bildhauer und ein Maler sind ertrunken —«
»Fräulein, was ist Ihnen? Ist Ihnen nicht wohl?«
An den Arm des einen Herrn faßte, wie Halt suchend, die mit einem Baumwollhandschuh bekleidete Hand des Mädchens. Und ihr Antlitz bog hintüber wie gebrochen, totenblaß. Gleich richtete es sich wieder empor, krampfhaft, und die Augen weiteten sich stier.
»Ein Bildhauer — sagen Sie« — stammelte es tonlos über die blutleeren Lippen.