Ich wandte mich um und fuhr freudigen Stutzens zurück — sie! Ihr liebes, schönes Gesicht, ohne Maske, schelmisch lächelnd, blinkende Zähnchen und strahlende Augen. Es flog wie ein blanker Sonnenschein über mich her.
Aber ich kam mir lächerlich genug vor: so war ich also zum besten gehalten worden! Sie lachte mich aus, weil ich ihre Cousine von gestern abend für sie selbst genommen: »Ihr Lieutenants seid doch noch nit die Schlausten!«
»Aber Du giebst mir Revanche!« rief ich. Eben intonierte aus dem Festsaal ein graziöser Straußwalzer.
»Anavang!« (en avant) rief sie übermütig. Da soeben ein Grenadier in der Uniform der karnevalistischen Leibgarde, »Funken« genannt, meine Pseudo-Schöne aufforderte, so konnt’ ich doppelt befreit aufschnellen.
»Anavang!« rief ich neubegeistert, und sie in meinen Arm schmiegend, schwebte ich mit ihr, von den Strauß’schen Rythmen gewiegt, durch den Saal.
»Ach wie süß — ach wie schön — das ist Wonne — das ist Le—ben,« trällerte sie während des Tanzens den bekannten Walzertext.
Dann hielten wir hochatmend. Aber ich mußte ihr meine unbändige Freude ausdrücken:
»Ich hab’ den ganzen Tag an Dich gedacht!«
»Das haben Sie der andern schon gesagt —« lachte sie.
»Woher wissen Sie das?«