Magnus fühlte hier in dem Innern seiner Brust eine gewisse häßliche Stelle, auf die der Vater mit dem Finger hinwies. Und es war mehr eine Empörung gegen sich selbst, die ihn aufbrausen hieß.

»Mag sein, daß ich voreilig gehandelt! Um ihretwegen bereue ich nichts! Ich liebe sie, wie ich kein anderes Wesen lieben könnte — ich hoffe, mit ihr das Glück meines Lebens zu gründen!«

»Ho — ho — ho —« höhnte der Alte. »Wie hübsch Du Luftschlösser baust! Wir anderen Joëls haben aber auch noch ein Wörtchen mitzureden, denke ich! So einfach kapert man einen Joël doch nicht!«

»Vater, ich darf Dich bitten, nicht an sie zu rühren! Sie weiß nicht einmal, daß die Ceremonie stattgefunden. Damals befand sie sich in einem Zustand, in dem sie kaum ahnte, was geschah. Und wir haben noch nicht gewagt, sie zu verständigen, weil sie noch so hinfällig ist. Der Entschluß geschah aus meinem eigensten Willen.«

Ein unheimlich lustiges Grinsen verzerrte die Züge des alten Mannes. Ein paar heisere Lachtöne, die wie ein krampfhaftes Hüsteln klangen, dann gurgelte er die Worte hervor —: »Hör’ mal, das ist ja toll und verrückt! — Das ist ja hirnverbrannt! Du bist — Du bist ... ich werde Dich ärztlich untersuchen lassen! — Sie weiß nicht, daß Du sie geheiratet — vielleicht gar wider ihren Willen ist es geschehen — und da bestehst Du noch auf der Komödie! Es ist wahrhaftig das Lustigste, das ich je erlebt — hahaha —«

Und mit wütendem Klopfen bearbeitete er den feisten Rücken der Bulldogge, die Worte im Takt begleitend. Das Tier knurrte zwischen den fletschenden Zähnen.

»Vater ...«

Magnus streckte beide Hände nach dem Alten aus, und seine Augen flehten ihn an.

»Vater — ich kann nicht anders — höre mich —«

»Was? Du wirst aufsässig!«