Das galt dem Hunde, der immer bedenklicher knurrte und eine Miene zum Losfahren machte. Jemand, der nur die Worte gehört, konnte sie auf Magnus gerichtet wähnen.

»Was, auch Du parierst mir nicht mehr?! Warte, Bestie!«

Und er nahm das Tier bei dem messingbeschlagenen Halsriemen und schleuderte es fort, daß sein praller Körper auf dem glatten Parquet dahinrutschte. Sein heulendes Gekläff gellte durch den Raum.

Der alte Mann war so wütend, er erhob sich und trat unsicheren Schrittes auf die eine Wand zu, wo unter Jagdutensilien eine kurze Knebelpeitsche hing. Während er sie herabnahm, sandte er seinem Sohne einen Blick von unheimlicher Bedeutsamkeit zu. Die Peitsche in der Hand wippend, sagte er, mit erzwungener Eiseskühle: »Geh’ jetzt — es ist besser, Du gehst — hörst Du —«

Und mit den Blicken seiner zornblitzenden Augen wies er seinem Sohn die Thüre. Dieser hörte, als er durch den Garten fortstürmte, das ohrenzerreißende Geheul der Dogge, die von ihrem Herrn gezüchtigt wurde.

Vielleicht hätte der alte Joël sich von der Zeit, der erfolgreichen Heilkünstlerin, in die Kur nehmen lassen — vielleicht hätte er sich in das Unvermeidliche gefunden. Aber die Verschworenen duldeten das nicht, sie konnten und durften Magnus diese Durchkreuzung ihres Komplotts nicht verzeihen. So ward die Mesalliance zu einem ungeheuerlichen Verbrechen gebrandmarkt, für das es kein Verzeihen giebt. Man erpreßte dem Alten ein Ultimatum, mit dessen Übermittelung Gisbert beauftragt wurde.

Dieser fand sich zu einer ungewöhnlich frühen Morgenstunde, was wohl von nicht geringer Energie zeugte, in dem Hotelzimmer seines Bruders ein, den er beim Ankleiden fand.

»’n Tag, alter Junge!«

Er wollte es mit dem burschikosen Ton versuchen. Doch das knappe Nicken des Gegengrußes von seiten des anderen dämpfte sofort diesen Ton.