Die Aufgabe war nicht so leicht, als Gisbert sie sich gedacht, wenn man nicht das Messer einfach herausnehmen und brutal darauf losschneiden wollte.
»Du wohnst nicht gerade sehr komfortabel —« begann er abermals, sich in dem nach der trivialen Hotelschablone ausgestatteten Raume umsehend. »Gestattest Du, daß ich mir eine Cigarre anzünde?«
Magnus stieß ein kurzes »Bitte!« aus, und Gisbert griff nach der Schale auf dem Tische.
»Wenn es nicht anders war, so hätte ich mich doch im Kaiserhof einlogiert, meinst Du nicht?« Dazu biß Gisbert mit den Schneidezähnen die Spitze der Cigarre ab.
Magnus zuckte die breiten Schultern und legte die Haarbürste mit einem deutlichen Unwillen auf die Marmorplatte vor dem mit einem ganz gewöhnlichen Goldleisten eingerahmten Spiegel.
Das reizte Gisbert. Er will es nicht anders! — Gut, so zieht man das Messer heraus und schneidet los!
»Ich meine, Du hättest die Dehors wahren können! Ich meine, Du wärst es unserem Namen schuldig gewesen, Dich nicht gerade in ein Hotel sechzehnten Ranges zu verkriechen! Das ist ja schon mehr eine Herberge!«
»Möglich, daß, wenn ich auf die Ehre Deines Besuches gerechnet hätte, ich vielleicht eine andere Herberge aufgesucht —« höhnte Magnus. Das war sonst nicht seine Art.
Und sich herumwendend, Gisbert mit scharfen Augen herausfordernd: »Du kommst, um mit mir darüber zu reden —«
»Allerdings. Ich bin von der Familie Joël abgesandt. Du hast eine Dummheit begangen —«