Eine Pause, in der das schlimme Wort nachzuhallen schien. Die Gesichter der beiden Brüder flammten, und ihre Blicke maßen sich feindlich.

»Eine entsetzliche Dummheit — es ist das einzige Wort!« rief Gisbert.

»Ich verbitte mir das hier in meinem Zimmer! Ich verbitte mir jede Kritik!«

Gisbert bezwang sich — auch das war nicht der richtige Ton. Und er versuchte es mit der eiseskühlen Gemessenheit. Die Worte langsam hervordehnend, versetzte er jenem den Wortlaut des Ultimatums:

»Deine sogenannte Heirat hat weder vom bürgerlichen, noch, wie wir informiert sind, vom kirchlichen Standpunkt eine Gültigkeit. Sie ist ein Hohn auf das Gesetz. Wir ersuchen Dich also, der Komödie eine Folge zu geben, widrigenfalls —«

Magnus hob trotzig das Haupt. — »Nun?«

»Widrigenfalls wir Dich nicht mehr als den unsrigen betrachten können — Du hast Dir alle Folgen, auch die schlimmsten, selbst zuzuschreiben«.

»Du lügst!« schrie Magnus zornig auf. »Ich kenne Dich! Das ist nicht der Auftrag meines Vaters!«

Gisbert zog die Schultern langsam in die Höhe und senkte sie wieder ebenso; noch kühler, mit einer unheimlichen Höflichkeit im Ton, sagte er: »Leider habe ich sogar den Auftrag, Dir jede Gelegenheit zu entziehen, um Dich von dem Grund Deiner soeben ausgesprochenen Anschuldigung zu überzeugen. Papa wünscht Dich nicht mehr zu sehen. Du hast Dich zu entscheiden, so oder so! — Übrigens soll Dir Dein Entschluß nicht zu schwer gemacht werden. Wir sind bereit, das notwendige Reugeld zu erlegen. Glaube nur — (und er fiel in den ersten burschikosen Ton) man beißt schon an, wenn wir den Köder appetitlich genug auswerfen. Mit einer nicht zu unbescheidenen Summe kaufen wir Dich aus Deiner Verlegenheit. Denn Du wirst mir doch nicht weiß machen wollen, daß Du Dich behaglich fühlst — he?«

Magnus wehrte mit einem unwilligen Wink des Kopfes ab. Dann stand er, mit finster gerunzelten Brauen vor sich hinstarrend da, die Knöchel der Hände auf den Tisch gestemmt.