Eingeborenen-Dorf unter Palmen.


18.
Die Heimfahrt.

Apia, 20. Mai 1879.

Endlich ist unsere Fregatte „Bismarck“ hier, lange und sehnsuchtsvoll erwartet. Das heute Nachmittag in Sicht gekommene große Kriegsschiff, welches dem Hafen unter vollen Segeln zusteuerte, war diesmal kein Engländer, wie die vor einiger Zeit hier eingelaufene und anfangs von uns für „Bismarck“ gehaltene Corvette, sondern das von der obersten Spitze seines Fockmastes zu uns herüberwinkende Signal war ein wirklich deutscher Gruß und bedeutete „Bismarck“. Das donnernde Hurrah, welches dem Kameraden bei seinem Einbiegen in den Hafen von unsern in die Takelage aufgeenterten Mannschaften aus über 200 Kehlen entgegenschallte, kam aus vollem Herzen, wenn es auch, als Ausdruck unserer Freude über die endliche Erlösung, wol mehr uns selbst galt.

Wir hatten schon befürchtet, daß dem Schiff, welches ja bereits zu Mitte April angemeldet gewesen war, ein Unfall zugestoßen sei, und wenn wir auch nicht gleich das Schlimmste vermutheten, so konnte doch eine große Havarie die Veranlassung werden, daß wir noch Monate hier zurückgehalten würden, und das war keine schöne Aussicht, wenn man schon seit Wochen von Tag zu Tag gehofft hatte, nach langer Abwesenheit von der Heimat endlich die Rückreise antreten zu können.

Daß „Bismarck“ noch vor dem Verlassen des letzten südamerikanischen Hafens infolge der Vorarbeiten der „Ariadne“ den Auftrag erhalten hatte, die deutschen Interessen auf den Gesellschafts-Inseln und auf Roratonga durch Verträge zu sichern, konnten wir nicht ahnen.

Eine große Sorge hat mir mein Nachfolger auch dadurch abgenommen, daß er im Stande und bereit ist, meinem Schiff Proviant für etwa sechs Wochen abzutreten. Durch unsern langen Aufenthalt hierselbst sind unsere Vorräthe schon nahezu aufgezehrt, und da die von den hiesigen Geschäftshäusern erwarteten, bereits seit acht Wochen fälligen Proviantschiffe aus San-Francisco auch noch nicht eingetroffen sind, so hatte ich schon für den 25. d. M. meine Abreise nach Auckland festgesetzt, um das Schiff dort neu auszurüsten. So bleibt mir sowol diese Reise wie der große Umweg über einen australischen Hafen erspart und ich kann direct durch die Torres-Straße nach Batavia laufen.

Fregatte „Bismarck“.