Die Maultrommel, in deren obere Seite zierliche Muster eingeschnitten sind, ist aus einem Stück Bambus gefertigt, 20 cm lang, 6 cm breit und wie eine große zweischneidige Messerklinge geformt. In dem 18 cm langen und ¾ cm breiten Schlitz liegt die aus dem ganzen Stück herausgeschnittene Tonzunge.

An künstlichen Erzeugnissen habe ich außer den bereits genannten Fischereigeräthen, Kanus, Dug-Dug-Masken, Schmuckgegenständen, Waffen, Werkzeugen und Musikinstrumenten nur noch sehr schön aus feinem Rohr geflochtene Körbchen, Tanzstöcke und Schädelmasken gefunden.

Tanzstock.

Die Tanzstöcke bestehen aus einem flachen Stock, welcher unten einen Griff bildet, an welchem sich zwei nach oben zeigende und in einen Winkel von 30° nach beiden Seiten neigende, mit der flachen Seite des Stocks in einer Ebene liegende und mit bunten Federn verzierte kürzere Stöcke anschließen; unten am Griff ist außerdem noch ein kleiner Federstrauß angebracht. Die bessern Stöcke sind bis 1½ m lang, aus schwarzem glänzenden Holz gefertigt und haben an den Außenrändern schön gewundene Linien.

Die Schädelmasken haben diesen Namen von den Europäern erhalten, weil die vordere Hälfte eines Menschenschädels den Kern der Maske bildet. Auf diesen Kern ist mit Lehm die treue Maske der hiesigen Eingeborenen geformt. Die Oberkiefer sind innerhalb durch ein fingerdickes Stück Holz verbunden, welches der Träger in den Mund nimmt und so sein eigenes Gesicht verdeckt.

Schädelmasken.Oberste Spitzen der Dug-Dug-Masken.

Von den Dug-Dug-Masken kann ich keine eingehendere Beschreibung geben, weil ich keine Gelegenheit mehr fand, mir dieselben näher anzusehen, doch wird das Nachfolgende vielleicht auch genügen. Den untern Theil bildet ein dicker, aus langen schmalen getrockneten Blättern hergestellter Rock, welcher von der Brust bis fast zu den Knien reicht. Auf diesen Rock legt sich ein ebensolcher Laubkranz bis zum Hals hinauf, sodaß der Träger des Anzugs zwischen diesem Kranz und dem Rock seine Hände und Arme hindurchstecken kann, sowol um dieselben, wenn nöthig, überhaupt gebrauchen, wie auch Geschenke in Empfang nehmen zu können; Hände und Arme dürfen aber eigentlich nie gezeigt werden, weshalb man bei der Darreichung eines Geschenks dicht an die Maske herantreten muß und die Gabe dann dahin reicht, wo zwischen dem Laub die dunkeln Finger sich bemerkbar machen. Auf den Kranz endlich kommt der oft über 2 m hohe thurm- oder pyramidenartige Oberkörper mit Kopf. Derselbe ist ein Gitterwerk von ganz leichten Rohrstäben und so mit Federn, Laub und schwarz-weiß-rother Malerei verziert, daß man nicht in das Innere sehen kann. Ganz oben auf der Spitze ist das eigentliche, scharf karikirte Gesicht angebracht, dessen Augen aus den unter dem Namen „Katzenaugen“ bekannten Verschlußstücken einer bestimmten Muschelart bestehen. Das Merkwürdigste an dieser Figur sind die durch die Vermummung hervorgebrachten wunderlichen Körpermaße. Ganz oben, 3-4 m über dem Erdboden, der kleine spitze Kopf, an welchen sich der schmale armlose Oberkörper anschließt, dann die riesige Hüftenpartie, welche bei dem Hals des Trägers anfängt und bis zu dessen Knien reicht, und schließlich die kurzen Beinchen von den Knien bis zu den Füßen.

Die Nahrungsmittel der Eingeborenen bestehen in der Kokosnuß, Bananen, Erdfrüchten (Yam, Taro, süße Kartoffeln), Fischen und Seethieren, Vogeleiern (Hühner sind nicht bekannt), Menschen- und schließlich seit zwei Jahren auch Schweinefleisch. Der Genuß des Schweinefleisch war vordem, obwol das Schwein wild vorkommt, nicht bekannt und ist wol diesem Umstand allein der Brauch der Menschenfresserei zuzuschreiben, da die menschliche Natur doch nun einmal Fleischnahrung verlangt. Seitdem die Weißen den Eingeborenen gebratenes Schweinefleisch vorgesetzt hatten, welches sie für Menschenfleisch aßen, und nachdem dann vor ihren Augen ein Schwein geschlachtet war und sie dieses Fleisch ebenso gut wie das vorher genossene fanden, greift die Verwendung der Schweine als Nahrungsmittel immer mehr um sich und die Menschenfresserei nimmt zwar langsam aber stetig ab. Sind die Verhältnisse aber erst so geordnet, daß die Weißen daran denken können, Rindvieh einzuführen und zu züchten, dann wird die Menschenfresserei sicher bald ganz der Vergangenheit angehören.