(Morell klopft ihn liebenswürdig auf die Schulter:) Da, nehmen Sie mein Seidentuch um den Hals, es geht ein kalter Wind draußen. Aber jetzt machen Sie, daß Sie fortkommen. (Mill, mehr als getröstet über Burgess' Schroffheit, freut sich und geht hinaus.)

(Burgess.) Guten Morgen, Jakob. Sie verwöhnen Ihren Unterpfarrer wie immer. Wenn ich einen Mann bezahle und einer auf meine Kosten lebt, dann weise ich ihm gehörig seinen Platz an.

(Morell etwas kurz angebunden:) Ich weise meinem Unterpfarrer immer seinen Platz an, nämlich an meiner Seite als meinem Helfer und Kameraden. Wenn es Ihnen gelingt, so viel Arbeit aus Ihren Kommis und Angestellten herauszukriegen wie ich aus meinem Unterpfarrer, dann müssen Sie ziemlich rasch reich werden. Bitte, setzen Sie sich in Ihren gewohnten Stuhl. (Er weist mit trockener Autorität auf den Armstuhl neben dem Kamin, dann ergreift er einen freien Stuhl und setzt sich in zurückhaltender Entfernung von seinem Besucher.)

(Burgess ohne sich zu rühren:) Sie sind ganz der alte, Jakob.

(Morell.) Als Sie mich das letztemal besuchten—ich glaube, es war vor drei Jahren—da sagten Sie genau dasselbe. Nur etwas aufrichtiger. Ihr wörtlicher Ausspruch war damals: "Derselbe Narr wie immer, Jakob."

(Burgess sich rechtfertigend:) Vielleicht sagte ich das, aber (mit versöhnender Heiterkeit:) ich meinte nichts Beleidigendes damit. Ein Geistlicher hat das Privilegium, ein wenig närrisch sein zu dürfen—wissen Sie, das liegt schon in seinem Beruf. Einerlei, ich bin nicht hergekommen, um alte Meinungsverschiedenheiten aufzuwärmen, sondern um die Vergangenheit vergessen sein zu lassen. (Er wird plötzlich sehr feierlich und nähert sich Morell.) Jakob, vor drei Jahren haben Sie mir übel mitgespielt. Sie haben mich um meine Lieferungen gebracht, und als ich Ihnen in meiner erklärlichen Verzweiflung böse Worte gab, brachten Sie meine Tochter gegen mich auf. Nun, ich bin gekommen, um Ihnen zu zeigen, daß ich ein guter Christ bin. (Ihm seine Hand darreichend:) Ich verzeihe Ihnen, Jakob.

(Morell auffahrend:) Verdammt frech!

(Burgess weicht zurück mit fast schluchzendem Vorwurf über diese
Behandlung:) Ziemt diese Sprache einem Pastor, Jakob? Und besonders
Ihnen?

(Morell bitzig:) Nein, sie ziemt ihm nicht, ich habe das falsche Wort gebraucht,—ich hätte sagen sollen: "Der Teufel soll Ihre Frechheit holen!" Das würde Ihnen der heilige Paulus und jeder andere brave Priester gesagt haben. Glauben Sie, ich habe Ihr Anerbieten vergessen, als Sie für das Armenhaus vertragsmäßig Kleider liefern sollten?

(Burgess in höchster Erbitterung, weil ihm seine Forderung nur recht und billig erscheint:) Ich habe im Interesse der Steuerzahler gehandelt, Jakob,—es war das niedrigste Angebot, das können Sie nicht leugnen.