(Morell.) Jawohl, das niedrigste, weil Sie schlechtere Löhne zahlten als irgendein anderer Unternehmer—Hungerlöhne,—ach, ärger als Hungerlöhne war die Bezahlung, die Sie den Frauen für ihre Näharbeit geboten haben. Ihre Löhne hätten die Armen auf die Straße getrieben, um Leib und Seele zu verkaufen. (Immer wütender werdend:) Jene Frauen waren aus meinem Kirchsprengel, ich habe die Armenpfleger dazu gebracht, daß sie sich schämten, Ihr Angebot anzunehmen, ich habe die Steuerzahler dazu gebracht, daß sie sich schämten, es zuzulassen, ich habe jeden bis auf Sie dazu gebracht, sich deswegen zu schämen. (Überschäumend vor Wut:) Wie können Sie es wagen, Herr, hierherzukommen und mir etwas vergeben zu wollen und über Ihre Tochter zu sprechen und…

(Burgess.) Beruhigen Sie sich, Jakob,—still, still, regen Sie sich nicht für nichts und wieder nichts so auf. Ich habe ja zugegeben, daß ich unrecht hatte.

(Morell wütend:) Haben Sie das? Ich habe nichts davon bemerkt!

(Burgess.) Natürlich gab ich's zu, so wie ich's noch jetzt zugebe. Na, ich bitte Sie um Verzeihung wegen des Briefes, den ich Ihnen geschrieben habe,—genügt Ihnen das?

(Morell mit den Fingern schnalzend:) Ganz und gar nicht! Haben Sie die Löhne erhöht?

(Burgess triumphierend:) Ja!

(Morell verblüfft innehaltend:) Was?

(Burgess salbungsvoll:) Ich bin das Muster eines Arbeitgebers geworden. Ich beschäftige keine Frauen mehr, sie haben alle den Laufpaß bekommen, und die Arbeit wird jetzt durch Maschinen verrichtet. Nicht ein Mann verdient jetzt weniger als sechs Pence die Stunde, und die alten geübten Arbeiter bekommen die von den Gewerkschaften festgesetzten Löhne. (Stolz:) Was sagen Sie jetzt?

(Morell überwältigt:) Ist das möglich? Na, es ist mehr Freude im Himmel über einen Sünder, der Buße tut—(Er geht auf Burgess zu mit einem Ausbruch entschuldigender Herzlichkeit.) Mein lieber Burgess, ich bitte Sie herzlichst um Verzeihung wegen der schlechten Meinung, die ich von Ihnen hatte. (Seine Hand fassend:) Und fühlen Sie sich nicht wohler nach dieser Veränderung? Gestehen Sie es! Sie sind glücklicher, Sie sehen glücklicher aus.

(Burgess kläglich:) Na ja, vielleicht fühle ich mich jetzt glücklicher, ich muß wohl, da Sie es bemerken. Tatsache ist, daß mein Angebot von der Behörde angenommen wurde. (Wild:) Sie wollte nichts mit mir zu schaffen haben, ehe ich anständige Löhne zahlte—der Teufel soll diese verdammten Narren holen, die ihre Nase in alles stecken müssen!