(Proserpina scharf, geht ans Feuer und bleibt davor stehen, ihm den Rücken zuwendend:) Oh, fürchten Sie nichts, Sie sind es nicht. Es ist gar keine bestimmte Person.
(Marchbanks.) Ich verstehe. Sie fühlen, daß Sie jeden Mann lieben könnten, der Ihnen sein Herz anböte—
(Proserpina außer sich:) Nein, das könnte ich nicht! Jeden, der mir sein Herz anböte! Für was halten Sie mich?
(Marchbanks entmutigt:) Es ist vergebens, Sie wollen mir keine wirklichen Antworten geben, nur diese leeren Worte, die jedermann sagt. (Er geht nach dem Sofa und setzt sich trostlos nieder.)
(Proserpina die es wurmt, in den Augen eines Aristokraten manierlos zu erscheinen:) Wenn Sie originelle Unterhaltung wünschen, dann ist es besser, Sie sprechen mit sich selbst.
(Marchbanks.) Das tun alle Dichter; sie sprechen laut mit sich selbst; und die Welt überhört sie. Aber es ist furchtbar einsam, nicht manchmal auch jemand anders sprechen zu hören.
(Proserpina.) Warten Sie, bis Herr Morell kommt. Der wird schon mit Ihnen reden. (Marchbanks schaudert.) Oh, Sie brauchen die Nase nicht zu rümpfen, er kann besser sprechen als Sie. (Lebhaft:) Er wird Ihnen den kleinen Kopf schon zurechtsetzen. (Sie ist im Begriff ärgerlich an ihren Platz zurückzugeben, als er, plötzlich erleuchtet, aufspringt und sie anhält.)
(Marchbanks.) Ah, jetzt begreife ich!
(Proserpina errötend:) Was begreifen Sie?
(Marchbanks.) Ihr Geheimnis! Sagen Sie mir, ist es wirklich und wahrhaftig möglich, daß eine Frau ihn liebt?