(Marchbanks der heiße Ausdruck verschwindet vollkommen von seinen Lippen und Nasenflügeln, seine Augen flammen auf in begeistertem Feuer.) Oh, jetzt kann ich nicht mehr alles sagen; denn alle Worte, die ich weiß, gehören mehr oder weniger irgendeiner Pose an, alle—bis auf eines.

(Candida.) Welches Wort ist das?

(Marchbanks sanft, sich dem melodischen Klang des Namens hingebend:) "Candida, Candida, Candida, Candida, Candida"—das muß ich jetzt sagen, da Sie mich bei meiner Ehre und Wahrhaftigkeit fragen, denn ich denke und fühle niemals "Frau Morell", immer nur "Candida".

(Candida.) Selbstverständlich! Und was haben Sie Candida zu sagen?

(Marchbanks.) Nichts als Ihren Namen tausendmal zu wiederholen.
Fühlen Sie nicht, daß es jedesmal ein Gebet zu Ihnen ist?

(Candida.) Macht es Sie nicht glücklich, daß Sie beten können?

(Marchbanks.) Ja, sehr glücklich.

(Candida.) Nun, dieses Glück ist die Antwort auf Ihr Gebet.—Wünschen
Sie sich etwas Besseres?

(Marchbanks selig:) Nein, ich bin im Himmel, wo man wunschlos ist. (Morell tritt ein; er bleibt an der Schwelle stehen und überschaut mit einem Blick die ganze Szene.)

(Morell ernst und mit Selbstbeherrschung:) Hoffentlich störe ich nicht. (Candida fährt heftig auf, aber ohne die leiseste Verlegenheit. Sie lacht über sich selbst. Eugen, noch auf den Knien, schützt sieh vor dem Fallen dadurch, daß er seine Hände auf den Stuhlsitz legt; Morell mit offenem Munde anstarrend, bleibt er in dieser Stellung.)