(Marchbanks auf dem Sofa, seine Knöchel umfassend:) Oh, sie hat Ihnen vergeben, so wie sie mir vergibt, daß ich ein Feigling bin und ein Schwächling, und was Sie einen kleinen winselnden Hund—und so weiter—nennen. (Verträumt:) Eine Frau wie diese hat göttlichen Einblick: sie liebt unsere Seele und nicht unsere Narrheiten und Eitelkeiten und Illusionen, oder unsere Kragen und Röcke, oder die andern Fetzen und Lappen, in die wir gehüllt sind. (Er denkt darüber einen Augenblick nach, dann wendet er sich mit gespannter Erwartung um, Morell zu befragen:) Was ich wissen möchte, ist, wie Sie an dem Flammenschwerte, das mich zurückgeschreckt hat, vorbeigekommen sind!

(Morell bedeutungsvoll:) Vielleicht weil ich nicht nach zehn Minuten unterbrochen wurde.

(Marchbanks verblüfft:) Was?

(Morell.) Der Mensch kann auf die höchsten Gipfel steigen; aber er kann nicht lange dort verweilen.

(Marchbanks.) Das ist falsch. Dort kann er ewig verweilen! nur dort!
Anderswo findet er keine Ruhe und hat keinen Sinn für die stille
Schönheit des Lebens. Wo sollte ich meine seligsten Minuten verleben,
wenn nicht auf den Höhen?

(Morell.) In der Küche, Zwiebeln schneidend und Lampen füllend.

(Marchbanks.) Oder auf der Kanzel, Seelen scheuernd die aus billigem
Ton sind.

(Morell.) Ja, das auch! Dort habe ich meinen goldenen Augenblick geerntet und mit ihm das Recht, um Candidas Liebe zu werben. Ich habe mir diese Stunde nicht erborgt, noch habe ich sie benützt, um das Glück eines andern zu stehlen.

(Marchbanks schreitet ziemlich angewidert dem Kamin zu:) Ich zweifle nicht daran, daß Sie Ihre Verrichtungen so ehrenhaft erfüllt haben, als ob Sie ein Pfund Käse abgewogen hätten. (Er hält vor dem Kamin inne und fügt nachdenklich zu sich selbst, Morell den Rücken kehrend, hinzu:) Ich konnte zu ihr nur als Bettler kommen.

(Morell auffabrend:) Als ein frierender Bettler, der sie um ihren
Schal bat, nicht wahr?