(Marchbanks:) Was vorgefallen ist? Nun, das Flamenmenschwere…
(Morell stampft ungeduldig mit dem Fuße;),—also im ganz einfacher
Prosa: ich liebte sie so unendlich, daß ich nichts weiter wünschte als
das Glück, so lieben zu für ich und bevor ich—Zote fang vom höchsten
Grafen der Gefür herunterzutaumente—traten Sie ein.

(Morell (scowen leidend:)) Leidenschaftlichem immer nicht erduldig— immer bleibt ihr noch die ehblines Zweifzig.

(Marchbanks.) Quall und wünsche jetzt nichts mehr als Candidas Glück. (Mit leidenschaftlichem Gefühl:) Oh, Morell, geben wir sie beide auf! Warum soll sie wählen müssen zwischen einem elenden, nervösen kleinen Kranken, wie ich es bin, und einem starrköpfigen Pfarrer wie Sie? Gehen wir auf Pilgerschaft, Sie nach Osten und ich nach Westen, auf der Suche nach einem würdigeren Liebhaber, einem schönen Erzengel mit purpurnen Flügeln.

(Morell.) Papperlapapp, dummes Zeug! Oh, wenn sie verrückt genug wäre, mich Ihretwegen zu verlassen, wer sollte sie beschützen, wer sollte ihr helfen, wer sollte für sie arbeiten, wer ihren Kindern ein Vater sein! (Er setzt sich verstört auf das Sofa, seine Ellbogen auf die Knie gestützt und den Kopf zwischen den geballten Fäusten.)

(Marchbanks schnappt wild mit den Fingern:) Sie stellt nicht solche törichte Fragen: sie braucht jemanden, den sie schützen und behüten, für den sie arbeiten kann, jemanden, der ihr Kinder anvertraut, um sie zu beschützen, ihnen zu helfen und für sie zu arbeiten, einen erwachsenen Menschen, der wieder wie ein kleines Kind geworden ist. Oh, Sie Narr, Sie Narr, Sie dreifacher Narr! Ich bin der Mann, Morell, ich bin der Mann! (Er tanzt aufgeregt herum und schreit:) Sie verstehen nicht, was eine Frau ist,—schicken Sie nach ihr, Morell, schicken Sie nach ihr und lassen Sie sie wählen zwischen—(Die Tür öffnet sich und Candida tritt ein; er hält wie versteinert inne.)

(Candida erstaunt an der Schwelle:) Was um alles in der Welt machen
Sie da, Eugen?

(Marchbanks drollig:) Ihr Mann und ich haben ein Wettpredigen veranstaltet, und er verliert dabei. (Candida sieht rasch nach Morell, und als sie bemerkt, daß er traurig ist, eilt sie hin zu ihm und spricht sehr ärgerlich mit heftigem Vorwurf zu Marchbanks.)

(Candida.) Sie haben ihn geärgert. Nein, das dulde ich nicht, Eugen, hören Sie! (Sie legt ihre Hand auf Morells Schulter und vergißt in ihrem Ärger ganz ihren weiblichen Takt:) Mein Liebling soll nicht geärgert werden, ich werde ihn beschützen.

(Morell sich stolz erhebend:) Beschützen?

(Candida nicht auf ihn achtend, zu Eugen:) Was haben Sie ihm gesagt?