„Meine Geliebte, ich habe dich absichtlich gequält, weil du mir durch deinen Ärger zeigst, daß du mich noch gern hast. Ich habe wie gewöhnlich unrecht und bin an allem schuld. Agatha weiß nicht, daß wir verheiratet sind.“

„Ich tadle nicht so sehr dich,“ sagte Henrietta und ließ ihn seinen Kopf auf ihre Schulter legen. „Aber mit Agatha werde ich nie wieder ein Wort sprechen. Sie hat sich schändlich gegen mich benommen, und ich will es ihr sagen.“

„Sie wird zweifellos glauben, Liebste, du seiest an allem schuld und ich hatte mich bewundernswert benommen. Zwischen euch werde ich dann ohne Tadel dastehen. Aber jetzt, da es zu kalt zum Gehen ist, da es schon spät ist und weit bis Lyvern und noch weiter bis London, so muß ich dir hier etwas Bequemlichkeit herrichten.“

„Aber —“

„Aber da ist nichts zu ändern. Du mußt hierbleiben.“


[Neuntes Kapitel.]

Am nächsten Tage erhielt Smilasch von seiner Frau ein Versprechen, daß sie sich Agatha gegenüber so benehmen würde, als hatte der Brief keine Beleidigung enthalten. Henrietta flehte so beweglich wie sie konnte, er möchte doch sofort mit ihr wieder zum häuslichen Leben zurückkehren, aber er speiste sie mit zärtlichen Worten ab, versprach nichts als ewige Zuneigung und schickte sie mit dem Zwölfuhrschnellzug nach London zurück. Dann veränderte sich sein Gesichtsausdruck, und er ging nach Lyvern zurück und von da nach seiner Hütte wie ein Mann, der von Ekel und Reue geplagt wird.

Kurz darauf an einem Nachmittag nahm er seine Schlittschuhe, um sich aufzuheitern, und ging nach Wickens Teich. Da es Samstag war, war er von Altonschülerinnen und ihren Halbfeiertagsbesuchern bevölkert. Fairholme, der mit seiner gewohnten energischen Miene seine Kreise beschrieb, hielt inne und starrte mit unwilligem Staunen auf Smilasch, der hinter ihm herschwankte.

„Geschieht das mit Ihrer Erlaubnis, daß der Mann hier ist?“ fragte er den Pächter Wickens, der umherging, als beaufsichtige er eine Ernte.