Sie machen mir Vorwürfe!“ schrie Agatha. „Ich habe es nie den Jansenius’ erzählt. Was würden sie von Ihnen gedacht haben, wenn ich es getan hätte?“

„Sie hätten schlimmer über Sie gedacht als über mich, natürlich mit Unrecht. Sie waren die unmittelbare Ursache der Tragödie, ich nur die entfernte. Jansenius ist nicht weitblickend, wenn seine Gefühle gekränkt werden. Die wenigsten Männer sind das.“

„Ich verstehe Sie nicht im mindesten. Welche Tragödie meinen Sie?“

„Henriettas Tod. Ich nenne ihn konventionell eine Tragödie, obgleich er natürlich in Wirklichkeit nichts Ungewöhnliches an sich hatte.“

Agatha machte eine Pause und starrte ihn an. „Was soll das heißen, was Sie jetzt sagten? Ich sei die unmittelbare Ursache der Tragödie, und Sie reden von Henriettas — von Henrietta? Ich hatte mit ihrer Krankheit nichts zu tun.“

Trefusis sah sie an, als überlegte er, ob er weitergehen sollte. Dann sagte er, indem er sie mit der Neugierde eines Vivisektors beobachtete: „Es ist seltsam, Agatha“ — sie fuhr stolz zurück, als sie den Namen hörte, „aber wenn Sie nicht gewesen wären, lebte Henrietta vielleicht noch. Ich bin sehr froh, daß sie es nicht tut, und so brauchen Sie sich also meinetwegen keine Vorwürfe zu machen. Sie starb durch eine Reise nach Lyvern, die sie in großer Erregung und Trauer und bei außerordentlich kaltem Wetter machte. Sie veranlaßten sie zu der Reise, denn Sie schrieben ihr einen Brief, der sie eifersüchtig machte.“

„Wollen Sie mir etwa vorwerfen —“

„Halt! Nein,“ sagte er schnell, und seine ganze Vivisektionslust verging vor ihrer zitternden Stimme. „Ich werfe Ihnen gar nichts vor. Warum sprechen Sie nicht aufrichtig zu mir, wenn Sie in Ihrer gewöhnlichen Stimmung sind? Wenn Sie Ihre wirkliche Ansicht nur auf der Folter gestehen, wer sollte nicht Lust bekommen, Sie zu foltern? Man muß Ihnen gleich eine Mordtat vorwerfen, damit Sie von etwas anderm als Orchideen sprechen.“

Aber Agatha hatte durch ihre früheren Erfahrungen gelernt und wollte sich nicht mundtot machen lassen. „Es war nicht meine Schuld,“ sagte sie. „Es war Ihre — ganz allein Ihre Schuld.“

„Ganz allein meine Schuld,“ stimmte er zu und war froh, Sie unwillig statt ängstlich zu finden.