„Gertrude hat immer aus allem ein Geheimnis gemacht.“

„Sie war die zwei folgenden Tage in abscheulicher Laune, und jetzt ist sie ganz verändert. Sie versinkt in langes Brüten und hört kein Wort von allem, was um sie herum gesprochen wird. Dann kommt sie wieder zur Besinnung und bittet einen mit der größten Sanftmut um Verzeihung, weil sie nicht verstanden hat, was man gesagt hat.“

„Ich kann sie nicht leiden, wenn sie höflich ist, das liegt nicht in ihrer Natur. Und daß sie so ins Träumen versinkt, das kommt von dem Schierling. Wir kennen einen Mann, der in einem Bad einen Löffel Strychnin nahm, und er war nachher nie wieder derselbe.“

„Ich glaube, sie hat sich entschlossen, Erskine zu ermutigen,“ sagte Agatha. „Als ich hierherkam, durfte er es kaum wagen, mit ihr zu sprechen — wenigstens behandelte sie ihn sehr verächtlich. Jetzt läßt sie ihn reden, so viel er will. Sie schickt ihm sogar Nachrichten und läßt ihn ihre Sachen tragen.“

„Ja. So eine wie Gertrude habe ich in meinem Leben nicht gesehen. Wenn in London Männer aufmerksam gegen sie waren, warf sie ihnen Zudringlichkeit vor. Ließ man sie in Ruhe, so fühlte sie sich vernachlässigt. Nach meiner Meinung kann sie mit Erskine sehr zufrieden sein.“

Hier erschien Erskine an der Türe und sah sich im Zimmer um.

„Sie ist nicht hier,“ sagte Jane.

„Ich suche Sir Charles,“ bemerkte er und zog sich etwas steif zurück.

„Welch eine Lüge!“ sagte Jane und war mißvergnügt, weil er ihren Scherz so aufgenommen hatte. „Er hat noch vor zehn Minuten mit Sir Charles im Billardzimmer gesprochen. Die Männer sind solche eingebildete Narren.“

Agatha ging langsam an das Fenster und sah unzufrieden über die Landschaft. Früher, auf der Schule, tat sie das oft, wenn sie allein war, jetzt auch manchmal in der Gesellschaft. Die Türe wurde wieder geöffnet, und Sir Charles erschien. Auch er sah sich um, aber als sein flüchtiger Blick Agatha erreicht hatte, ließ er ihn an ihr haften und trat herein.