„Agatha,“ sagte er mit grimmiger Geduld, „vor einer halben Stunde hatte ich nicht mehr die Absicht, Sie zu heiraten, als eine Reise nach dem Mond zu machen. Aber, als Sie mir den Vorschlag machten, da fühlte ich mit einem Male alle Gewalt, die darin liegt, und jetzt kann mich nichts auf der Welt zufrieden stellen, als Sie beim Wort zu halten. Von allen Frauen, die ich kenne, sind Sie die einzige, die nicht ganz ein Narr ist.“
„Ich würde ein großer Narr sein, wenn —“
„Wenn Sie mich heirateten, wollen Sie sagen. Aber ich bin nicht Ihrer Meinung. Ich bin der einzige Mann von Ihrer Bekanntschaft, der nicht ganz ein Esel ist. Ich kenne meinen und Ihren Wert. Und ich liebte Sie schon lange, als ich noch kein Recht dazu hatte.“
Agatha zog ihre Brauen zusammen. „Nein,“ sagte sie. „Es hat keinen Zweck, noch weiter hierüber zu reden. Die Sache ist ganz außer Frage.“
„Aber seien Sie doch nicht rachsüchtig. Ich war aufrichtiger, als Sie es waren. Sie haben unsere wieder angeknüpfte Bekanntschaft dazu benutzt, sich gegen mich zu verteidigen, mir Vorwürfe zu machen, mich zu hänseln und zu verlocken. Seien Sie einmal großmütig, und sagen Sie gutwillig ja.“
„Oh, ich habe Sie nie verlockt,“ schrie Agatha. „Ich tat es nicht. Das ist nicht wahr.“ Er antwortete nichts, sondern bot ihr die Hand dar. „Nein, gehen Sie fort. Ich will nicht.“ Er blieb unbewegt und sie fühlte plötzlich, wie die Kraft ihres Widerstandes verschwand. Voller Schrecken sagte sie hastig: „Es hat durchaus keinen Zweck, mich zu quälen. Ich werde Ihnen heute keine Antwort geben.“
„Versprechen Sie mir bei Ihrer Ehre, daß Sie morgen ja sagen werden, und ich will Sie bis dahin in Frieden lassen.“
„Ich will nicht.“
„Der Kuckuck hole Ihr Geschlecht,“ sagte er klagend. „Sie kennen jetzt meinen Entschluß, und ich muß hier stehen und mit Ihnen kokettieren, weil Sie selbst Ihren eigenen nicht kennen. Wenn ich auf meine Bequemlichkeit Wert legte, würde ich Junggeselle bleiben.“
„Ich rate Ihnen, das zu tun,“ sagte sie, und stahl sich rückwärts nach der Türe hin. „Sie sind ein sehr interessanter Witwer. Eine Frau würde Ihnen diesen Vorzug nehmen. Und dann bedenken Sie die Unannehmlichkeiten des Haushalts.“