Er arbeitete sich, während sie sprach, durch einen trockenen Graben und kam auf einen Wiesenplatz, der an den Leinpfad des Kanals anstieß. Hier am Abhang einer Aushöhlung, wo das Moos trocken und weich war, setzte er sie nieder, warf sich selbst, auf seine Ellbogen gestützt, vor ihr hin und sagte keuchend:
„Nessus, der Dejanira davontrug, war nichts gegen mich! Huh — ja! Nun, mein Liebling, bist du froh, daß du mich wiedersiehst?“
„Aber —“
„Bitte, komm mir nicht mit aber, wenn du nicht wünschst, daß ich noch einmal und für immer verschwinde. Ich armer Kerl habe mich, seitdem ich von dir fortgelaufen bin, mehr als einmal unaussprechlich nach dir gesehnt. Du hast dir natürlich nichts draus gemacht?“
„O wohl. Natürlich tat ich das. Warum hast du mich verlassen, Sidney?“
„Damit nicht noch etwas Schlimmeres kam. Aber wir wollen nicht die wenigen Augenblicke, die wir haben, mit Auseinandersetzungen verschwenden. Gib mir einen Kuß.“
„Dann willst du mich also wieder verlassen. O Sidney —“
„Denk nicht an morgen, Hetty. Sei wie die Sonne und die Wiese, die sich nicht im geringsten um den kommenden Winter kümmern. Warum blickst du auf den abscheulichen Kanal, der träge seine Schlammladung von einem Ort zum andern wälzt, bis er sie in die See ausspeit — grade wie eine übervölkerte Straße ihre Ladung langsam auf den Kirchhof bringt? Sieh mich an und gib mir einen Kuß!“
Sie gab ihm mehrere und sagte schmeichelnd, noch immer ihren Arm auf seiner Schulter: „Du sagst das alles nur, um mich zu erschrecken, Sidney, ich weiß das wohl.“
„Du bist die helle Sonne für meine Augen,“ sagte er und umarmte sie. „Ich fühle, wie mein Herz und mein Kopf unter deinem Lächeln versengt werden, und ich werfe sie dir mit Entzücken als Beute zu. Wie glücklich bin ich, daß ich eine Frau habe, die mich deswegen nicht verachtet — die mich eher noch mehr liebt!“