„Danke,“ sagte sie ärgerlich. „Ich kann sehr gut Schlittschuh laufen und glaube nicht, daß Sie mir viel helfen können.“ Und sie glitt vorsichtig davon, denn sie fühlte, daß ein Hinfallen nach solchen Worten für sie beschämend sein müßte.
Er stand am Ufer, lauschte auf den knirschenden, jagenden Ton der Schlittschuhe und beobachtete die immer kühneren Schleifen, die sie in das Eis einschnitten. Allmählich wurden die Mädchen warm und gewöhnten sich an das Laufen. Sie lachten, scherzten und schrien sorglos, wenn sie gegeneinander stießen, und segelten die ganze Länge des Teichs hinunter vor dem Wind in einer gefährlichen Schnelligkeit. Je ausgelassener sie wurden, desto finsterer blickte Smilasch.
„Kein Unterschied zwischen ihnen und einer Auswahl Zweipennypuppen,“ sagte er. „Nur daß einige von ihnen sich bewußt sind, daß ein Mann sie beobachtet, obgleich es nur ein lumpiger Arbeiter ist. Sie erinnern mich in jeder Beziehung an Henrietta. Ob ich jetzt wohl lachen würde, wenn die ganze Eisdecke in tausend Stücken unter ihnen zusammenbräche?“
Grade jetzt krachte das Eis mit einem bedenklichen Knall, und die Schlittschuhläuferinnen, mit Ausnahme von Jane, flogen nach allen Richtungen auseinander.
„Jane, du brichst das ganze Eis in Stücke!“ rief Agatha aus sicherer Entfernung. „Wie kann es dein Gewicht tragen?“
„Ihr Narrenpack!“ entgegnete Jane unwillig. „Das Knacken zeigt nur, wie stark es ist.“
Der Schreck, den Smilasch bei dem Krachen empfunden hatte, beantwortete ihm seine eigene Frage. „Man sollte sich das merken: Wünsche, die auf die Vernichtung des Menschengeschlechts ausgehen, können noch so vernünftig und ernst gemeint sein, sie sind gegen die Natur,“ sagte er, als er seine Fassung wiedergefunden hatte. „Übrigens, was wäre ich wohl für ein prachtvoller Narr, wenn ich in einer internationalen Vereinigung von Menschen mitarbeitete, die nur zerstören wollen! He, Lady! Ein Wort, Miß!“ Dies galt Miß Ward, die in der Nachbarschaft vorbeiglitt. „Es ist so ’n kalter Morgen und ich habe nur armseliges und gewöhnliches Blut, sehn Sie es als eine Freiheit an, wenn ich hier etwas mitlaufe oder wenn ich in einer Ecke ganz für mich übe?“
„Sie können da oben laufen, wenn Sie wollen,“ sagte sie, nachdem sie einen Augenblick überlegt hatte, und wies nach einem verlassenen Fleck am hinteren Ende des Teichs, wo das Eis zu uneben war, als daß man da bequem laufen konnte.
„Ein nobler Vorschlag!“ rief er grinsend und eilte nach dem angewiesenen Platz. Das Schlittschuhlaufen war hier nicht möglich, und so glitt er ein paarmal auf und ab und machte sich so lange Bewegung, bis sein Gesicht glühte und seine Finger in der frostigen Luft juckten. Die Zeit verging schnell. Als Miß Ward zu ihm hinschickte, er solle ihre Schlittschuhe abnehmen, entstand ein allgemeines Klagen und Erklären, es könnte unmöglich schon halb neun sein. Smilasch kniete vor dem Feldstuhl hin und war sofort eifrig beim Aufschnallen und Abschrauben. Als Jane an die Reihe kam, krachte der Stuhl unter ihrem Gewicht. Agatha machte ihr wieder Vorstellungen, schalt sich aber sofort selbst wegen ihrer Redseligkeit in Smilaschs Gegenwart, denn sie wollte auf ihn den Eindruck eines tiefen, ernsthaften Charakters machen.
„Der feinste Fuß in der Gesellschaft,“ sagte er kritisch, indem er ihren Fuß zwischen Zeigefinger und Daumen hielt, als ob er irgendeine Kostbarkeit sei, die er beurteilen müßte. „Und er gehört der am feinsten gebauten Dame.“