Er brachte willkommene Hilfe, und Miß Ward erlaubte ihm, ihr die Schlittschuhe anzuziehen. Sie war eine Kanadierin und lief sehr gut. Jane, die ihr zunächst folgte, hatte große Angst, ob das Eis auch fest genug sei. Als sie sich aber erst darüber beruhigt hatte, hielt sie sich vorzüglich, denn sie liebte alle Übungen und hatte die Genugtuung, daß sie außerhalb der Schule über alle diejenigen lachen konnte, die sie in der Schulstube verlachten. Agatha ließ ganz gegen ihre sonstige Gewohnheit ihre Mitschülerinnen vor, und ihre Schuhe waren die letzten, mit denen sich Smilasch beschäftigte.

„Wie geht es Ihnen, Miß Wylie?“ fragte er und ließ die Smilasch-Betonung fallen, weil die andern nicht mehr in Hörweite waren.

„Danke, sehr gut,“ antwortete Agatha scheu und gezwungen. Da ihm diese Art bei ihr neu war, ließ er ihre Absätze in seiner Hand ruhen und sah neugierig zu ihr empor. Sie faßte sich wieder, blickte ihn ruhig an und sagte: „Wie konnte Miß Wilson Ihnen die Nachricht schicken, Sie möchten herkommen? Sie erfuhr ja von unserm Ausflug erst um halb zehn gestern abend.“

„Miß Wilson hat mir gar keine Nachricht geschickt.“

„Aber Sie haben es doch grade Miß Ward erzählt.“

„Ja. Ich muß jetzt als einfacher Arbeiter fast so viele Lügen erzählen wie früher als Gentleman. Oder vielleicht noch mehr.“

„Ich weiß in Zukunft, wieviel ich von dem glauben soll, was Sie sagen.“

„Die Wahrheit ist die. Ich bin vielleicht der schlechteste Schlittschuhläufer auf der Welt, und darum ist mir nach einem natürlichen Gesetz die geringste Auszeichnung auf dem Eis mehr wert als ein unsterblicher Ruhm auf einem Gebiete, für das mich die Natur besonders befähigt hat. Ich beneide Ihre große Freundin — Jane heißt sie, glaube ich — mehr, als ich Plato beneide. Ich kam heute morgen hierher, um mich im stillen zu üben, und glaubte, die ganze Schlittschuhwelt sei zu Bett.“

„Das freut mich, daß wir Sie dabei erwischt haben,“ sagte Agatha boshaft, denn er enttäuschte sie. Er sollte etwas Heroisches in seinen Reden haben, aber das tat er nicht.

„Ich glaube es,“ entgegnete er. „Ich habe gefunden, daß es das größte Entzücken für eine Frau ist, den Eigendünkel eines Mannes zu verletzen, und das größte Entzücken eines Mannes, den Eigendünkel einer Frau zu befriedigen. So gibt es wenigstens ein Geschöpf, das noch niedriger steht als ein Mann. Aber jetzt los mit Ihnen. Soll ich Sie halten, bis Sie sich fest in den Knöcheln fühlen?“