„Machen Sie sich deswegen keine Sorge. Es kommt nur dadurch, weil Sie mit einem Mann zusammen sind, den Sie bezaubert haben. Sie wären die Herrin der Lage, wenn Sie nur einen Liebhaber zu leiten verständen. Es ist das viel leichter, als ein Pferd zu leiten, Schlittschuh zu laufen oder Klavier zu spielen oder sonst ein halbes Dutzend Kunststücke fertig zu bringen, die Sie für nichts achten.“

Agatha errötete und hob ihren Kopf.

„Vergeben Sie mir,“ sagte er und unterbrach ihre Bewegung. „Ich versuche, Sie zu beleidigen, um mich selbst vor meiner Liebe zu Ihnen zu retten, aber ich habe nicht das Herz, es durchzuführen. Bei Ihrem Leben, hören Sie nicht auf mich und glauben Sie mir nicht. Ich habe kein Recht, Ihnen so etwas zu sagen. Irgendein Unhold ergreift von mir Besitz, wenn ich vor Ihnen stehe. Sie sollten einen Schleier tragen, Agatha.“

Sie errötete. Ihre Wangen brannten, ihre Ohren summten, und alle Selbstbeherrschung war verschwunden. Ein Gefühl der Erlösung überkam sie, als sie hörte — denn zu sehen wagte sie nicht — daß er fortging. Ihr Bewußtsein war in seliger Verwirrung, und nur ein klarer Gedanke blieb darin, daß sie endlich ihren Geliebten erobert hatte. Trefusis Stimme, die einen aufrichtigen und ernsthaften Ton hatte, seine schnelle Auffassung, die leidenschaftliche Warnung, nicht auf ihn zu achten, überzeugten sie, daß sie eine Verbindung eingegangen war, die ihr ganzes Leben beeinflussen würde.

„Und doch,“ sagte sie und machte sich selber Vorwürfe, „ich kann ihn nicht lieben, wie er mich liebt. Ich bin selbstsüchtig, kalt, berechnend, leichtfertig. Ich habe bis heute überhaupt gezweifelt, ob es so etwas wie Liebe gäbe. Wenn ich ihn doch nur unbekümmert und ausschließlich lieben könnte, wie er mich liebt!“

Smilasch sprach ebenfalls mit sich selbst, als er seines Weges ging.

„Jetzt habe ich das arme Kind — das so besorgt war, ich möchte sie doch nicht fälschlich für ein übernatürlich begabtes und liebliches Weib halten — so glücklich wie einen Engel gemacht. Und dem feinen Mädchen, das sie Jane Carpenter nennen, geht es ebenso. Hoffentlich werden sie über diese Sache sich keine Geständnisse machen.“


[Achtes Kapitel.]