(Napoleon das Entgegenkommen mit einer Gebärde maßloser Wut
zurückweisend, öffnet die Tür und ruft wütend:) Giuseppe! (Lauter:)
Giuseppe! (Er schlägt die Tür zu und kommt in die Mitte des Zimmers.
Die Dame geht etwas gegen den Weingarten zu, um ihm auszuweichen.)
(Giuseppe erscheint an den Tür:) Exzellenz befehlen?
(Napoleon.) Wo ist der Narr?
(Giuseppe.) Der Herr Leutnant hat, wie Exzellenz befohlen haben, ein gutes Essen bekommen und erweist mir nun die Ehre, mit mir zu würfeln, um sich die Zeit zu vertreiben.
(Napoleon.) Schick' ihn her—bring ihn herein and komm mit ihm.
(Giuseppe läuft mit unentwegter Bereitwilligkeit hinaus. Napoleon wendet sich zu der Dame und sagt dabei barsch:) Ich muß Sie bitten, noch einige Augenblicke hierzubleiben, Madame. (Er geht zum Sofa. Sie schreitet vom Weingarten an der entgegengesetzten Seite des Zimmers an das Büfett, lehnt sich dagegen und beobachtet ihn. Er nimmt das Paket vom Sofa und knöpft es langsam und sorgfältig in seine Brusttasche, während er sie dabei mit einem Ausdruck betrachtet, der besagen soll, daß sie den Zweck seines Vorgehens bald herausfinden und über diesen Zweck nicht erfreut sein wird. Es wird nichts mehr gesagt, bis der Leutnant hereinkommt. Giuseppe folgt ihm und bleibt bescheiden in Bereitschaft vor dem Tische stehn. Der Leutnant ohne Mütze, ohne Degen und ohne Handschuhe und infolge seiner Mahlzeit in viel besserer Laune und besserer Geistesverfassung wählt die Seite des Zimmers, auf der die Dame steht, und wartet sehr behaglich, bis Napoleon beginnt.)
(Napoleon.) Herr Leutnant!
(Leutnant ermutigend:) Herr General!
(Napoleon.) Ich kann diese Dame nicht dazu bewegen, mir viele Aufklärungen zu geben; aber es besteht kein Zweifel mehr darüber, daß der Mann, der Sie durch seine List dahin brachte, Ihre Pflicht zu verletzen, wie sie es bereits zugab, ihr Bruder ist.
(Leutnant triumphierend:) Was habe ich Ihnen gesagt, Herr General?