(Giuseppe.) Das wäre für mich zu mühsam, Exzellenz, ich überlasse es lieber Ihnen. Überdies, was sollte aus meiner Wirtschaft werden, wenn ich Kaiser würde? Sie sehen mir gerne zu, wie ich mein Gasthaus für Sie verwalte und Sie bediene. Nun, ich will Ihnen gerne zusehen, wie Sie Kaiser von Europa werden und Italien für mich regieren. (Während er schwätzt, nimmt er das Tischtuch ab, ohne die Landkarte und das Tintenfaß wegzunehmen. Er nimmt die Ecken des Tuches in die Hände und die Mitte in den Mund, um es zusammenzufalten.)

(Napoleon.) Kaiser von Europa? Was? Warum bloß von Europa?

(Giuseppe.) Sie haben wahrhaftig recht, Exzellenz, warum nicht Kaiser der Welt? (Er faltet und rollt das Tischtuch zusammen, und bekräftigt seine Sätze mit den einzelnen Phasen dieses Vorgangs:) Ein Mensch ist wie der andre—(er faltet es:) ein Land ist wie das andre, (faltet:) eine Schlacht ist wie die andre. (Als er das letzte Stück gefaltet hat, schlägt er das Tischtuch auf den Tisch, rollt es geschickt zusammen and schließt seinen Redefluß:) Gewinnt man eine, so gewinnt man alle. (Er geht mit dem Tischtuch an das Büfett und legt es in eine Schublade.)

(Napoleon.) Und für alle regieren, für alle kämpfen, jedermanns Knecht sein unter dem Vorwande, jedermanns Herr zu sein, Giuseppe!

(Giuseppe vor dem Büfett:) Exzellenz—?

(Napoleon.) Ich verbiete dir, mit mir über mich zu sprechen.

(Giuseppe geht an das Fußende des Sofas:) Pardon, Exzellenz sind darin so ganz verschieden von andren großen Männern, die lieben gerade dieses Thema am meisten.

(Napoleon.) Gut, sprich mit mir über das, was große Männer als zweitbestes lieben, was es auch sein mag.

(Giuseppe ohne in Verlegenheit zu geraten:) Zu Befehl, Exzellenz. Haben Exzellenz durch irgendeinen Zufall etwas von der Dame da oben zu sehen bekommen?

(Napoleon setzt sich sofort auf und sieht ihn mit einem Interesse an, das die Frage vollkommen angebracht erscheinen läßt:) Wie alt ist sie?