(Leutnant sich verwahrend:) Oh! gestatten Sie mir zu bemerken, Herr General… nein, Sie wissen… niemand kann nach Lodi sagen, daß ich ein Feigling bin… aber von mir zu verlangen, daß ich allein im Dunkeln gehen soll… ohne eine Kerze… nach so einer schauerlichen Unterhaltung… das ist ein bißchen zuviel!—Würden Sie selbst so etwas gerne tun?
(Napoleon gereitzt:) Sie weigern sich also, meinem Befehle zu gehorchen?
(Leutnant entschlossen:) Ja, das tu' ich. Es ist unbillig, so was zu verlangen—aber ich will Ihnen sagen, wozu ich bereit bin: wenn Giuseppe geht, dann will ich mit ihm gehn und ihn beschützen.
(Napoleon zu Giuseppe:) Du hörst… Wird dir das genügen? Macht, daß ihr fortkommt, alle beide!
(Giuseppe demütig mit zitternden Lippen:) Sehr gerne—wie Sie befehlen, Exzellenz! (Er geht widerstrebend nach der inneren Türe.) Der Himmel schütze mich! (Zum Leutnant:) Nach Ihnen, Herr Leutnant!
(Leutnant.) Es wäre besser, du gingest voraus—ich weiß den Weg nicht.
(Giuseppe.) Er ist nicht zu verfehlen. Überdies (flehentlich die Hand auf seinen Armel legend:) ich bin nur ein armer Wirt, und Sie sind ein Edelmann!
(Leutnant.) Da hast du nicht so unrecht. Da—du brauchst keine solche
Angst zu haben—nimm meinen Arm. (Giuseppe tut es.) So ist's recht…
(Sie gehen Arm in Arm hinaus. Jetzt ist es sternenhelle Nacht. Die
Dame wirft das Paket auf den Tisch, setzt sich behaglich auf das Sofa
und genießt die Freude, von ihren Unterröcken befreit zu sein.)
(Dame.) Nun, Herr General—ich habe Sie doch besiegt!
(Napoleon geht auf und ab:) Sie haben sich der Unzartheit, der Unweiblichkeit schuldig gemacht. Halten Sie dieses Kleid, das Sie da tragen, für schicklich?