Petkoff [setzt sich und nimmt ein Brötchen]: Geh hinein und sage, daß ich gekommen bin, und bringe mir frischen Kaffee.
Nicola: Ist schon bestellt, gnädiger Herr. [Er wendet sich gegen die
Haustür, Louka kommt mit frischem Kaffee, einer reinen Tasse und
einer Flasche Schnaps auf ihrem Servierbrett]: Haben Sie die gnädige
Frau verständigt?
Louka: Ja, die Gnädige kommt gleich. [Nicola geht in das Haus hinein.
Louka stellt den Kaffee auf den Tisch.]
Petkoff: Na, die Serben scheinen dich nicht geraubt zu haben?
Louka: Nein, gnädiger Herr.
Petkoff: Das ist recht. Hast du mir Kognak gebracht?
Louka [die Flasche auf den Tisch setzend]: Hier, gnädiger Herr.
Petkoff: So ist's recht. [Er gießt ein paar Tropfen Kognak in seinen Kaffee. Katharina, die zu der frühen Stunde nur eine sehr flüchtige Toilette gemacht hat, tritt aus dem Hause. Sie trägt eine bulgarische Schürze über einem ehemals prächtigen, aber jetzt halb abgetragenen roten Schlafrock. Ein farbiges Kopftuch ist um ihr dickes schwarzes Haar gewunden. Sie hat türkische Pantoffeln an den bloßen Füßen. Sie sieht trotz ihrer Toilette erstaunlich hübsch und stattlich aus. Louka geht in das Haus zurück.]
Katharina: Mein lieber Paul, nein, ist das eine Überraschung für uns!
[Sie beugt sich über die Lehne seines Stuhls, um ihn zu küssen]:
Hast du schon frischen Kaffee bekommen?
Petkoff: Ja, Louka hat schon für mich gesorgt.—Der Krieg ist aus, der Friede wurde schon vor drei Tagen in Bukarest unterzeichnet, und der Abrüstungsbefehl für unsere Armee ist gestern ausgegeben worden.