Petkoff [die Treppe herunterlaufend]: Mein lieber Hauptmann
Bluntschli!
Katharina: Himmel! [Sie sinkt neben der Mauer auf einen Stuhl.]
Petkoff [zu sehr beschäftigt, um das zu bemerken, schüttelt Bluntschli herzlich die Hand]: Meine dummen Dienstboten dachten, ich wäre hier draußen, statt—in der Bibliothek. [Er kann die Bibliothek nicht erwähnen, ohne zu verraten, wie stolz er darauf ist.] Ich habe Sie vom Fenster aus gesehen und wunderte mich, daß Sie nicht hereinkamen. Saranoff ist auch hier. Sie erinnern sich doch seiner noch, nicht wahr?
Sergius [grüßt lustig und bietet ihm dann mit großer
Liebenswürdigkeit die Hand]: Willkommen, unser Freund der Feind!
Petkoff: Glücklicherweise nicht länger "der Feind". [Ziemlich ängstlich:] Ich hoffe, Sie kommen nur als Freund und nicht um Pferde oder Gefangene.
Katharina: Oh, nur als Freund, Paul. Ich habe Hauptmann Bluntschli eben zum Mittagessen eingeladen, aber er erklärte, sofort gehen zu müssen.
Sergius [sardonisch]: Unmöglich, Bluntschli—wir brauchen Sie hier sogar sehr dringend. Wir sollen drei Kavallerieregimenter nach Philippopel befördern und haben keine Ahnung, wie das fertigbringen.
Bluntschli [plötzlich aufmerksam und berufsmäßig]: Philippopel; da wird's mit der Verpflegung hapern, nicht wahr?
Petkoff [eifrig]: Ja, das ist es eben. [Zu Sergius]: Wie er die
Sache gleich weg hat!
Bluntschli: Ich glaube, ich kann Ihnen zeigen, wie das zu machen ist.