(Frau Clandon.) Aber was haben Sie denn erwartet, Finch? Was verlangen Sie?… Was sollen wir tun?

(McComas.) Vor allem sollten Sie beide, Sie und McNaughtan, das Gutachten eines Advokaten einholen, um zu erfahren, inwieweit McNaughtan durch die Trennungsurkunde gebunden ist. Warum nun nicht dieses Gutachten gelegentlich einer freundschaftlichen (ihr Gesicht wird hart)—oder sagen wir neutralen—Zusammenkunft mit McNaughtan einholen, und zwar am besten sofort? Der Einfachheit und Bequemlichkeit halber schlage ich dieses Hotel vor… Gleich heute abend—was meinen Sie dazu?

(Frau Clandon.) Aber woher sollen wir dieses Gutachten so schnell bekommen?

(McComas.) Es ist beinahe aus den Wolken auf uns herabgefallen. Auf meinem Rückwege von McNaughtan hierher begegnete ich einem hervorragenden Rechtsanwalt, einem Manne, dem ich eine Sache vor Gericht anvertraut habe, die ihn zuerst berühmt gemacht hat. Er bleibt von Samstag bis Montag hier, um Seeluft zu atmen und einen Verwandten, der hier wohnt, zu besuchen. Er war so freundlich, mir sein Erscheinen für den Fall zuzusagen, daß es mir gelänge, eine Zusammenkunft der Parteien zustande zu bringen. Er wird uns mit seinem gewiegten Rat zur Seite stehen.—Lassen Sie uns doch diese Gelegenheit zu einer ruhigen, freundlichen Familienzusammenkunft benützen; gestatten Sie mir, meinen Freund herzubringen, und ich will versuchen, auch McNaughtan zum Kommen zu bewegen. Bitte, stimmen Sie zu! Einverstanden?

(Frau Clandon nach einem Augenblick der Überlegung, bedeutungsvoll:) Finch! ich brauche kein Rechtsgutachten, weil ich die Absicht habe, mich von meinem eigenen Gutachten leiten zu lassen. Ich wünsche nicht, Fergus wieder zu begegnen, weil ich ihn nicht mag und weil ich nicht glaube, daß eine Zusammenkunft irgendwie nützen könnte. (Sie erhebt sich:) Aber da Sie die Kinder überzeugt haben, daß er nicht ganz hoffnungslos ist, tun Sie, was Ihnen beliebt.

(McComas nimmt ihre Hand und schüttelt sie:) Ich danke Ihnen, Frau
Clandon.—Paßt Ihnen neun Uhr?

(Frau Clandon.) Vollkommen.—Phil, klingle, bitte.

(Philip klingelt.) Wenn ich aber angeklagt werden soll, mich mit Herrn Dr. Valentine verschworen zu haben, dann würde es, glaube ich, besser sein, er wäre zugegen.

(Dr. Valentine sich erhebend:) Ich bin ganz Ihrer Ansicht. Ich halte meine Anwesenheit für äußerst wichtig.

(McComas.) Ich glaube, dagegen ist nichts einzuwenden. Ich hege die größten Hoffnungen auf eine glückliche Lösung. Inzwischen leben Sie wohl. (Er gebt hinaus und begegnet dem Kellner, der die Tür für ihn offen hält.)