(Gloria starrt Dr. Valentine kühl an und sieht dann bedächtig auf ihre
Taschenuhr.)

(Dr. Valentine.) Ich begreife, ich bin schon zu lange dageblieben.
Ich gehe.

(Gloria mit berablassender Förmlichkeit:) Ich muß mich bei Ihnen entschuldigen. Ich bin mir bewußt, etwas scharf… vielleicht grob gegen Sie gewesen zu sein.

(Dr. Valentine.) Durchaus nicht.

(Gloria.) Meine einzige Entschuldigung ist, daß es sehr schwer fällt, jemandem Respekt und Achtung zu bezeugen, dessen würdeloser Charakter weder Respekt noch Achtung fordert.

(Dr. Valentine prosaisch:) Wie kann ein Mann würdevoll auftreten, wenn er verliebt ist?

(Gloria durch Valentines Redensart von ihrem bochtrabenden Stil abgebracht:) Ich verbiete Ihnen, mir solche Dinge zu sagen. Es sind Beleidigungen.

(Dr. Valentine.) Nein—es sind Torheiten. Aber ich kann nichts dafür, ich muß sie begehen.

(Gloria.) Wenn Sie wirklich verliebt wären, würden Sie nicht töricht sein. Liebe verleiht Würde, Ernst, ja sogar Schönheit.

(Dr. Valentine.) Glauben Sie wirklich, daß ich davon schön werden würde? (Sie wendet ihm mit kältester Verachtung den Rücken.) Ah, Sie sehen, daß Sie es nicht ernstlich meinen! Die Liebe kann dem Manne keine neuen Gaben schenken; sie kann nur die Gaben, mit denen er geboren wurde, entwickeln und erhöhen.